VÖ: 13.06.14
(Highscore Music)

Homepage:
www.audionarchy.de

Klappentext:

Der zwölfjährige Timothy und seine Mutter Alice sind unterwegs zu einer einsamen Villa bei Mount Rushmore, wo die Köpfe der amerikanischen Präsidenten aus dem Fels gehauen wurden. Alice soll dort als Pflegerin für die alte Miss Clawfield arbeiten. Was nach einem einfachen Job klingt, wird für Timothy und Alice schon bald zum Horrortrip. Unheimliche Dinge geschehen in dem alten Herrenhaus, Dinge verschwinden, jemand schleicht nachts herum und das, obwohl die alte Dame das Bett doch angeblich nicht verlassen kann. Am Ende einer furchtbaren Nacht, in der auch Menschen sterben, weiß Timothy nicht mehr, wem er noch glauben kann. Vielleicht nicht einmal sich selbst...

Sprecher:

Timothy: Philipp Draeger
Alice: Kerstin Draeger
Miss Clawfield: Luise Lunow
Steve: Uve Teschner
John: Holger Löwenberg
Officer Decker: Gordon Piedesack
Officer Lippers: Thomas Petruo

Kritik:

Never Change a winning Team, müßte die Einleitung zu “Vier Köpfe” wohl lauten. So steuerte Autor Simon X Rost nach Mindnapping Folge 4 „Flutnacht“ eine weitere Highlight-Folge zur Reihe bei, die unter den Händen von Produzent Patrick Holtheuer zu auditiven Leben erwacht. Ein Team, das perfekt zu harmonieren scheint, denn das darf ich hier bereits verraten, „Vier Köpfe“ ist ein weiterer Höhepunkt der Reihe. Dass die Musik in dieser Folge nicht nur banale Untermalung ist, zeigt man gleich zu Beginn. Der düster, unheilvolle Soundtrack stimmt mit seiner bedrohlichen Art sofort perfekt auf „Vier Köpfe“ ein und kann das hier aufgebaute superbe Musikflair über die komplette Spiellänge halten. Ein wahrlich perfektes Stilmittel, das zu großen Teilen zum Gelingen dieser Story beiträgt. Auch zeigt sich hier, dass nach wie vor jede Mindnapping Folge anders ist, und das Wort „Schema F“ für Audionarchie ein Fremdwort zu sein scheint. So fungiert Hauptrolle und Kindersprecher Philipp Draeger gleichzeitig als Erzähler. Erst gegen Ende wird dem Hörer gewahr, dass man hier sehr geschickt Gegenwart und Vergangenheit vermischt und nahezu alle Schilderungen späteren Aussagen bei der Polizei entsprechen. Ein sehr schön kreierter Kniff, der so nichts von der superb aufgebauten Spannung nimmt und Dinge nicht mehrfach Erwähnung finden müssen. Und wo wir grad bei den Sprechern sind, ausnahmslos alle hier vertretenen Akteure überzeugen zur Gänze. Der Cast ist klein und überschaubar, harmoniert aber wunderbar und stimmlich sehr ausgewogen miteinander. Als letztes wären hier die Soundeffekte zu erwähnen. Weniger ist hier teilweise mehr, um eine fesselnde Atmosphäre zu erschaffen. Heulender, Wind, tickende Wanduhren, knarzende Dielen, die Atmosphäre im alten Herrenhaus und den angrenzenden Wäldern sitzt während der kompletten Spielzeit und vermittelt Realismus und Beklemmung.

Fazit: Eine tolle Story. Eine perfekte Umsetzung. Von diesem Team darf es gerne noch mehr geben. Über sehr weite Strecken besticht „Vier Köpfe“ mit unheilvoller Stimmung und stetig wachsenden Spannungsbogen. Auch spielt der Autor mit dem Hörer während die Story kaum vorhersehbar und wendungsreich bleibt. Technisch und inhaltlich ein definitives Highlight der Reihe.

10 von 10