VÖ: bereits erschienen
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Klappentext

Die Sternenflotte entsendet die U.S.S. Prometheus, eines ihrer stärksten Schlachtschiffe, als gleichzeitig neue Spannungen zwischen der Föderation und dem Klingonischen Reich entstehen. Im Lembatta-Cluster, einer unheimlichen Raumregion am Rand der Föderation, wächst ein gefährliches Übel heran: Fanatische Anhänger der „Harmonie der Sphären“, die sich selbst die Reinigende Flamme nennen, rufen zum allumfassenden Krieg gegen die verderbten Reiche des Alpha- und des Beta-Quadranten auf. Der krankhaften Expansionslust der Menschen, Klingonen und anderen Völker muss Einhalt geboten werden…

gelesen von Reinhard Kuhnert

Kritik:

Die fieberhafte Suche nach der „Reinigenden Flamme“, jener Terror-Organisation aus der Renao-Welt, die für diverse Anschläge auf militärische sowie zivile Ziele innerhalb des Föderations-Raums und auch des Klingonischen Reiches verantwortlich zeichnet, geht weiter. Ein Wettlauf mit der Zeit, denn zum einen sind weitere Anschläge zu befürchten, zum anderen wird der Ruf nach Vergeltung innerhalb des Regierungsrates der kriegerischen Klingonen immer lauter. Während die Föderation und auch der klingonische Botschafter Alexander Rozhenko zur Besonnenheit mahnen, gerät der klingonische Kanzler Martuk immer mehr unter Druck, Vergeltungsschläge gegen das Volk der Renao zu führen. Captain Adams und der „U.S.S. Prometheus“ bleibt nur noch ein kurzes Zeitfenster, um die Ursache jener seltsamen Strahlung im Lembatta-Cluster zu finden, die offenbar die sonst eher friedlichen Renao psychisch so sehr beeinflusst, dass nicht nur die terroristische Bewegung daraus hervor gegangen ist, sondern zunehmend auch die gesamte Bevölkerung der Heimat-Sphären der Renao-Welt zu feindlichem Verhalten steuert. Und plötzlich treten auch unter der Crews der „Prometheus“ und der klingonischen „Bortas“ zunehmend gereiztes bis aggressives Verhalten auf. Einzig einige vage Hinweise aus alten mythologischen Überlieferungen scheinen Parallelen zu diesen Entwicklungen aufzuzeigen. Dann stößt die Besatzung der „Prometheus“ auf Spuren eines vor über 100 Jahren im Lembatta Cluster verschollenen Forschungsschiffs der Föderation und die Zusammenhänge beginnen sich allmählich zu offenbaren. Inzwischen rüstet die „Reinigende Flamme“ zum Angriff mit einer bedrohlichen Schiffsflotte und der Regierungsrat der Klingonen stellt der Föderation ein Ultimatum. … Mit „Der Ursprung allen Zorns“ knüpft man nahtlos an das Ende von Teil 1 an.

Auch dieses Mal begegnen dem Hörer in parallelen Nebenhandlungssträngen wieder alte Bekannte aus den Star Trek Filmen- bzw. Serien. So gibt es zum Beispiel ein kurzes Wiedersehen mit Captain Picard sowie Botschafterin Loxana Troi, der ebenso eigenwilligen wie charakterstarken Mutter von Deanna Troi aus der „Next Generation“-Reihe. Wiederum schafft man es daher, Bekanntes mit Neuem zu verknüpfen und ein stimmiges Ganzes zu schaffen. Auch werden die handelnden Charaktere nicht in bloßer Schwarz-Weißmalerei dargestellt, sondern wesentlich differenzierter. Selbst die Multi-Kulti-Saubermann-Föderation hat mit Akten von Fremdenfeindlichkeit und Vorurteilen zu kämpfen und ist nicht frei davon. Das zeichnet ein realistischeres, nachvollziehbares Bild, ohne jedoch etwas komplett Fremdes zu schaffen. Allerdings hätten die Protagonisten auf der „Prometheus“ und der „Bortas“ – nachdem sie nun in Band 1 ausführlich vorgestellt wurden – etwas mehr Tiefe und Entwicklung vertragen können. Sie bleiben aber im Großen und Ganzen recht oberflächlich, was vielleicht der Vielzahl der Charaktere geschuldet ist. Die sonst flüssige Erzählweise hakt immer noch ab und an durch längere Ausführungen und Exkurse, welche die laufenden Szenen unterbrechen und so mitunter alles etwas abdriften läßt. Auch hätte Teil 2 in seiner Ausführlichkeit die eine oder andere Straffung vertragen, da sich die Handlung stellenweise allzu lang im Kreis dreht oder über längere Passagen herumphilosophiert wird. Das lässt einiges an Spannung und Abwechslung einbüßen. Trotzdem ist die Fortsetzung durchaus gelungen und unterhaltsam und dürfte Star Trek-Fans Freude bereiten. Reinhard Kunert liest abermals solide und angenehm, hätte aber in puncto stimmlicher Differenzierung in den Dialogen ein wenig mehr Abwechslung an den Tag legen können. Allerdings dürfte es auch bei derartig vielen handelnden Personen schwierig sein, jedem Charakter eine „eigene“ Stimme zu verleihen.

Fazit: Gelungene Fortsetzung der „Prometheus“-Reihe, die jeden Star Trek-Fan erfreuen dürfte, allerdings ein wenig mehr Fokus auf das Voranschreiten der Mission vertragen hätte.

7 von 10