VÖ: bereits erschienen
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Klapptext:

Gegen Ende des 17. Jahrhunderts am Rhein: Martin ist der uneheliche Sohn des verstorbenen Reichsgrafen von Berrinsburg und dessen Mätresse, der Gräfin Hallberg. Von seinem Halbbruder als Leutnant in die Armee gesteckt, kämpft er für seine Heimat. Als ein Geldkurier ermordet wird, deutet alles auf seinen Kameraden Stakke als Täter hin. Martin will dessen Unschuld beweisen. Bald begreift er, dass er dafür ein schmutziges Geflecht aus Mord und Intrigen auflösen muss, welches nicht nur sein Leben bedroht ...

Gelesen von: Dana Geissler

Kritik:

Ungewöhnlich an diesem Historien-Roman von Erfolgsautorenpaar „Iny Lorentz“ ist, dass dieses Mal eine männliche Hauptfigur das Geschehen bestimmt. Ansonsten wird die Story aber nach dem gewohnten Baukastenprinzip konstruiert. Insgesamt unterhaltsam, gedehnt durch einige unnötige Längen, kann „Der Sohn der Mätresse“ nicht auf ganzer Linie überzeugen. Dass die handelnden Personen ohne viel Tiefgang und charakterlich nach dem üblichen Schwarz-Weiß-Prinzip gestaltet sind, überrascht dabei nicht. Unnötigerweise werden aber einige Randfiguren komplett unglaubwürdig dargestellt. Das Heerlager, welches als Schauplatz eines Großteils der Geschichte dient, gleicht einem unorganisierten Hühnerhaufen und die führenden Offiziere sind ebenso strohdumm wie unfähig. Jedes Pfadfinderlager weist mehr Disziplin auf. Die perfiden Intrigen, die aufgedeckt werden, sind ebenso simpel wie vorhersehbar, so dass auch hier wenig Überraschungen in der Handlung auftreten. Schade, denn die Story an sich hätte deutlich mehr Potenzial geboten. Protagonist Martin, der anfangs als unreifes Bürschchen noch ganz unter der Fuchtel seiner Mutter steht, entwickelt sich zwar immerhin im Laufe der Handlung, insgesamt wirkt alles aber recht konstruiert. Das kann einen stören, muss es jedoch nicht. Fans von Iny Lorentz werden sicher auf ihre Kosten kommen, denn auch hier wird, wie gewohnt, eindeutig der Schwerpunkt auf auf unanstrengende Unterhaltung gelegt, was durchaus entspannend ist. Lediglich die Vielzahl an Personen und Namen macht es dem Hörer anfänglich etwas schwer, sich zu orientieren. Dana Geissler liest das Hörbuch auf angenehme Weise und verleiht den vielen Charakteren eine differenzierte und individuelle Stimme.

Fazit: Historien-Hörbuch in üblicher Iny Lorentz-Manier ohne viele Überraschungen, das solide zu unterhalten weiß, jedoch noch deutlich Luft nach oben besitzt. Nicht unbedingt einer der stärksten Romane aus dem Hause Iny Lorentz, für Fans aber sicher hörenswert.

5 von 10