VÖ: 03.03.17
(Audionarchie)

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AUDIONARCHIE

Die traumatischen Erlebnisse dreier junger Frauen, führen sie und ihren behandelnden Arzt und Psychologen auf eine abgeschiedene Insel im Herzen Skandinaviens.
Das therapeutische Experiment und der damit verbundene Abstand zu ihrer bisherigen Welt, sollen den Weg in ein neues und besseres Leben ebnen. Doch mit fortlaufender Dauer entwickelt sich dieses Unterfangen zu einem wahr gewordenen Albtraum.
Denn es ist an der Zeit etwas – NEIN! - Es ist an der Zeit, ALLES zu verändern.

Sprecher:

Noah Forsberg – Bernd Rumpf
Elin Persson – Maud Ackermann
Alice Ek – Julia Stoepel
Alva Wallin – Anita Hopt
Ole – Norman Matt

Kritik:

„Es ist Zeit“ ist eine der eher ruhigen, fast schleppenden Folgen der Mindnapping Reihe geworden. Düster, drückend und fast schon depressiv ist das Grundthema der Geschichte gehalten und träge das Erzähltempo. Die Wertigkeit liegt klar auf der Intensität der Geschichte. Diese ist jederzeit stimmig und durchdacht wenn auch teilwiese ein wenig zäh. Doch kommen wir einfach zur Story selbst, um dies zu erläutern. Achtung Spoiler: Psychologe Noah Forsberg, der nach dem Tod seines Sohnes den klaren Blick auf das Leben verliert und vom Hass auf die Gesellschaft zerfressen wird, instrumentalisiert 3 labile Junge Frauen mit purer Manipulation für seine Zwecke. So beginnt „Es ist Zeit“ mit den manipulierten Erlebnissen von Elin, Alice und Alva, die diese in die Hände des Therapeuten spielen. Mit steter Gehirnwäsche und Isolation werden die jungen Frauen zu willenlosen Instrumenten. Deren Taten verlaufen fast ein wenig nebulös und nur beiläufig im ruhigen Grundton der Erzählung. Die abschließende Beichte, inklusive dem „natürlich“ rabenschwarzen Depri-Ende beendet den Story Plot rund und stimmig. Eine so ruhige Handlung lebt natürlich in erster Linie von ihrer geschaffenen Grundatmosphäre und den Sprechern. Mit beidem kann Audionarchie zur Gänze überzeugen. Die wenigen Sprecher glänzen und beleben ihre zerstört, labilen Charaktere extrem glaubwürdig. Auch die Inszenierung tropft vor Schwermut und Verzweiflung. Die FX sitzen und beleben die Szenen mit schick intonierten Soundeffekten. Musikalisch setzt man ebenfalls auf düstere Stimmungen. In Gänze ist das Paket Sprecher, Sound und Produktion toll geschnürt. Allerdings ist die sehr depressive und extrem ruhige Handlung nicht sofort zum Wiederhören geeignet. Dazu ist die Story objektiv betrachtet einfach zu erdrückend und wie bereits erwähnt, ein wenig zäh. Als Hörer mag man den Protagonisten schließlich nicht auf dem Fuß folgen. Also lasst die Knarre fein im Schrank und wartet mit dem nächsten Durchlauf ein paar Tage. Auf der anderen Seite spricht dieser Umstand natürlich sehr für die perfekte Umsetzung der vorgegebenen Story.

Fazit: Düsteres Depri-Hörspiel mit Tiefgang. Anders und dadurch Genretechnisch interessant. Aus Sicht der Machart makellos. Allerding nagt das langsame Timing der Geschichte ein wenig an der Aufmerksamkeit des Zuhörers. 8,2 von 10 Punkte