VÖ: 28.06.17
(Lübbe Audio)

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JOHN SINCLAIR

Klapptext:

In einer einsamen Gasse nahe der Themse wird ein Mann aufgefunden – erhängt an einem Laternenpfahl. Die Augen der Leiche sind herausgebrannt ... Gleichzeitig erreichen den Yard Gerüchte um einen Hexenclub, der angeblich über Beziehungen bis in höchste Regierungskreise verfügt ... Ein Fall für John Sinclair!

Sprecher:

John Sinclair – Dietmar Wunder
Erzählerin – Alexandra Lange
Dean Hayle – Peter Weis
Bill Conolly – Detlef Bierstedt
Ruth Foster – Konstanze Ulmer
Sir James Powell – Achim Schülke
Lukretia – Stephanie Keller
Slicky – Thomas Petruo
Jeanny – Nadine Schreier
Hausmeister – Michael Pan
Fred Wagoner – Wolf-Dietrich Sprenger
Sowie – Frank-Otto Schenk, Bernd Rumpf, Fjodor Olev, Jürgen Holdorf

Kritik:

Der Hexenclub bietet familiäre Unterhaltung innerhalb des Sinclair-Universums. Ein solider Fall, den man zugegebenermaßen irgendwie so ähnlich schon mehrfach gehört hat, der recht aber kurzweilig verfliegt. Und wäre nicht die Hexe Lukretia in diesen kleinen aber simpel gestrickten Komplott verwickelt, hätte man hier auch von einem fast schon normalen Kriminalfall ausgehen können. Ein Umstand der Horror-Freunden diese Story vielleicht ein wenig fade erscheinen lässt. So reiht sich auch diese Classics-Folge ein in Reihe aus eher blassen Originalvorlagen denen es an Grusel und deutlicher Spannung fehlt. Technisch allerding spielt man beim Produktionsteam wieder mächtig mit den Muskeln. Denn man holt definitiv das Maximum aus dieser Geschichte heraus. Portiert diese mehr als stimmig in die Neuzeit und merzt dabei Ausdrucksschwächen der Romanvorlage mit Bravour aus. Das Dialogbuch stimmt, besitzt Charme und verleiht den Mimen trotz der Kürze Charakter. Auch in puncto Acting kitzelt die Regie in Form von Dennis Ehrhardt viel aus den Sprechern heraus. Die Darbietungen hier sind absolut über jeden Zweifel erhaben. Soundhexer Sebastian Breidbach lebt sich auch hier im Rahmen der vorgegebenen Möglichkeiten komplett aus. Unzählige stimmungsvolle Kinosounds prasseln aus den Boxen und zeichnen ein extrem reelles Hintergrundgeschehen. Als letztes Stilmittel legt sich der Soundtrack wie eine zweite Haut über die Handlung und reizt auch hier die Punkte Atmosphäre und Stimmungsaufbau komplett aus.

Fazit: Man erzählt eine kurzweilige, übersinnliche Krimistory, lässt dabei aber das Thema Grusel und Horror völlig außen vor. Schade, dass man die Sinclair Classics auf Biegen und Brechen in Reihenfolge bringen muss und will, ohne dabei schwächere Folgen zu überspringen. Dabei gäbe es doch noch so viele ausgelassene Einzelgeschichten aus der Edition 2000 zu erzählen, die wesentlich mehr Potential an guten Inhalten bieten würden. So bleibt exakt 60 Minuten top inszenierte Hörspielunterhaltung, die inhaltlich ein wenig blass bleibt. 8 von 10 Punkte