02 balltebeast

VÖ: 17.02.2017
(Nuclear Blast Records)

Style: (Modern) Symphonic / Power Metal

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BATTLE BEAST

In Bezug auf die neue BATTLE BEAST-Scheibe „Bringer of Pain“-wollen wir gar nicht lange um den heißen Brei herumreden, was ich an BATTLE BEAST mag, ist der intensiv mitreißend ehrliche Rockfaktor, ein Element, das vielen Powermetalbands im Symphonic-Bereich tragischerweise nur allzu häufig fehlt, wobei sich mir als Kuttenträger heftig die Mundwinkel verdrehen, sobald eine bestimmte Sorte Bands das Piepsestimmchen auspackt. Tweety lässt grüßen! Shouterin Noora Louhimo hat genau dieses pralle mächtig an den Hörnern packende stets auf dem Pfad explosiv rauer Schattierung und wie geschmeidiger Emotion wandelnde Organ, das einem neben voluminös harter Gitarrendynamik genau den richtigen Kick verpasst, wodurch geradlinig direkte Rocker und Midtempo-Groover auch wenn sie mit fetter Bombasteinlage inklusive catchy Rockappeal verziert sind mittels ihrer sympathisch rauen Rockröhre neben drückender Gitarre parallel zu treibenden Drumbeats das notwendige Maß an Power bekommen, die solche Musik braucht, wenn sie selbst unbelehrbaren Oldschoolern wie mir gefallen soll, obwohl dieser moderne Anstrich auf Dauer nicht immer mein Ding ist. BATTLE BEAST erfüllen gewohnt alle Anforderungen auf konstant gleichbleibend gutem Niveau, haben darüber hinaus wieder eine Menge Hitpotential an Bord, womit es im Fall des aktuellen Silberdeckels „Bringer of Pain“ abermals kaum wirklich viel zu beanstanden gibt, wofür schon der fette Opener „Straight For The Heart“ sowie die drei folgenden Stücke garantieren, zumal die pure Vorwärtsdynamik mit griffiger Melodieführung das größte Trumpf-As von BATTLE BEAST ist. Ok, ein zeitweise arg klinisches „Lost in Wars“ oder das meine Toleranzgrenze heftig überstrapazierende auf 80er-Jahre Disko gedrillte Poserstück „Dancing With The Beast“ lösen Ablehnung statt Adrenalinschüben aus, „Bastard Son of Odin“ zielt mit seinen Synthie- und Chorpassagen sowie das im Wechsel zu Galoppierenden Gitarrenparts folgende heroische Pathos phasenweise auf die SABATON-Anhängerschaft, während der sanfte Rausschmeißer als elegante Abendserenade verträumt romantischer Mondscheinfahrten durchgeht, wobei Noora's rauchige Stimmlage fast ein wenig an keine geringere als die englische Rocksängerin BONNIE TYLER in den 80ern erinnert, der sie hier zur Ehre gereicht. Als Anspieltipps dieses abgesehen von drei Ausnahmen verstärkt der Symphonic-Abteilung zu empfehlenden Silbertalers kristallisieren sich der nach gewohnter Tradition rasante Eingangsopener „Straight To The Heart“, die geradlinig flotten Powermetalkracher „Bringer of Pain“ und „Beyond The Burning Skies“ sowie der nach allen Seiten echtes Radiohitpotential austeilende Smasher „We Will Fight“. 7,5/10