02 suendflut

VÖ: 24.02.2017
(Metalspiesser Records)

Style: Punk / Rock

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SÜNDFLUT

„Dies irae“ - ja das ist 'Tage des Zorns' auf Lateinisch. Irgendwie war ich jetzt schon bei Goethes Erben und ähnlichen Stilrichtungen, aber das erste Lied „Tage des Zorns“ nach dem Intro zeigt einem dann doch, wo es hingeht. Das scheint richtig hausgemachter Punkrock zu sein. Man hört zu und überlegt, wo man die Riffs her kennt, aber kommt nicht drauf. Leider ist die Stimme etwas zu runtergeregelt, so dass man die sehr guten Texte nicht so gut versteht.

Aber nun zum Wesentlichen … der CD.

„Euer Himmel ist leer“ ist dann der Hammer, aber leider bremst „Befreie Dich“ einen richtig aus. Warum ? Hört es Euch an und Ihr wisst warum. Musikalisch auf jeden Fall ein Sahnestück – nur gesanglich nach meiner Meinung unten ? Helene Fischer auf Doro-Trip ?

Ich will auf keinen Fall mich hier mit DSDS- oder TheVoice- „Coaches“ anlegen. Es ist zwar gut, aber passt so irgendwie doch nicht ganz. „Sinfonie des Untergangs“ - was soll ich dazu sagen ? 'Nothing else matters' trifft Punk und richtigen Rock ? Versöhnt mich wieder mit dem ganzen und schiebt das Album auf ein neues Level. So in dem Stil 'Wir versuchen wie die Onkels zu singen, machen aber bessere Texte, bessere Musik, können aber weniger gut singen'. Ich lästere gern, wie man merkt. Aber man merkt doch den Einfluss der Onkels, auch auf die Texte. Nur was Sündflut draus machen, das ist echt erste Sahne. „Letzter Blick“ deckt dann den Bereich Deutschrock / Schlager ab und leider macht man nach 30 Sekunden auch ernst. Mit dieser Stimme kann ich echt nicht warm werden. „Danke dafür“ macht dann den Schwamm drüber. Warum nicht gleich so ? „Wie die Axt im Walde“ macht einem die weibliche Stimme etwas schmackhafter. „Mit Würde gegangen“ ist dann wohl die obligatorische Ballade, die dann dummerweise noch mit „Wo sind all die Typen hin“ als Rock'n'Roll-Punkrock getarnt getoppt wird. War bisher echt alles noch im Rahmen, haut mir das das Trommelfell dann direkt ins Gehirn. „Bund aus Brüdern“ kann mich da nicht versöhnen, weil das jetzt zu dick aufgetragen ist. Auch „Weil wir zusammenstehen“ bringt es nicht. OK „Die Welt brennt“ ist mal wieder dann ein Lichtblick, aber halt das Outro.

Fazit: Wie ich oben schrieb. Erste Sahne und das ohne Kompromisse – aber leider nur bei wenigen Liedern. Manchmal etwas hingerissen und hergezerrt – aber das oft. Punk und eine Doro-style Stimme – das passt für mich nicht so ganz. Aber man macht das Beste draus. Nur leider nicht in der zweiten Hälfte der CD. Erst am Ende – ganz am Ende wird es besser.

Kauftip: Die guten Lieder (für mich: Track 3, 5, 7, 13) überwiegen hier nicht und ich müsste max. 5-6 Punkte von 10 geben. Aber die 4 Tracks sind so gut, dass sie den Rest überwiegen und ich locker 8 von 10 geben kann (oder in meiner Sprache 80%).