VÖ: 28.04.17
(Metalville)

Style: Folk Metal

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HARPYIE

Kritik:

Es kam ja eine ganze Menge Müll in diesem Genre die letzten Jahre. Man ist ja mittlerweile ein wenig voreingenommen wenn Bands mit „weiblicher“ Geige und klischeehaften Ansätzen auf den Markt drängen, nur um ein weiteres Mal zu enttäuschen. Ein blödes wie zufriedenes Grinsen aber verschaffen mir HARPYIE, die ich mit ihrem nun vierten Album „Anima“ feiern darf. Denn HARPYIE habe es geschafft mittlerweile einen sehr eigenständigen Sound zu finden, der zwar immer wieder diverse Vorbilder offenbart (in erster Linie einmal Subway to Sally zu „Hochzeit“ und „Herzblut“ Zeiten) doch nun aber erfrischend eigen klingt. Bestechend hier die kraftstrotzende Produktion für die sich (welch Zufall) Subway to Sally Drummer Simon Michael Schmitt verantwortlich zeigt. Ja die Geige ist extrem inspiriert von der guten in den Ruhestand getretene Frau Schmitt (ex Subway to Sally). Ja immer wieder blitzt Nähe zu Schandmaul auf. Und JA, man erfindet das Genre nicht neu. Hier erschöpft sich aber schon meine Kritik. Denn, HARPYIE agieren als musikalische, gleichberechtigte Einheit. So steckt extrem viel Dynamik und Abwechslung in den Stücken, ebenso in deren Verteilung auf der CD. Kraftstrotzende, treibende Rocker wechseln mit folkig, heiteren Songs oder episch ausgelegten Charakterkompositionen. Auch gesanglich bietet man deutlich vorhandene Sangeskünste mit griffigen Refrains. Dort wo Schandmaul sich seit vielen Jahren in sich selbst verlieren, Subway to Sally ewig nicht zu alter Form finden, schieben sich HARPYIE in eine lange nicht genutzte Lücke und verweisen die großen Vorbilder mit „Anima“ erschreckend, einfach wie deutlich in Ihre Schranken. Für mich eine Highlight der letzten Jahre und auch gleich ein klarer Grund mal wieder in diversen Konzertterminen zu schmökern. Ein rundum gelungenes wie kraftvolles Album das sich wirklich vor niemandem zu verstecken braucht. Jederzeit erfrischend anders und doch dauerhaft vertraut. 8,8 von 10 Punkte.