04 metall

VÖ: 07.04.2017
(Iron Shield Records)

Style: Heavy Metal

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METALL

25 Jahre Entstehungsgeschichte hat dieses Debüt der ostdeutschen Heavy Metal Band mit dem schlichten Namen METALL hinter sich – was eigentlich schon als Kuriosum für sich zu werten ist. Neben FORMEL 1 und MACBETH gehörten METALL zu den bekanntesten Exporten auf dem klassischen Heavy Metal-Sektor in der ehemaligen DDR. Wegen diverser Gründe bedingt lösten sich METALL 1991 auf. 25 Jahre und ein Bierchen später fanden METALL wieder zusammen und veröffentlichen jetzt also endlich mal ihr Debüt. METALL-Urmitglied Sven Rappoldt dürfte als Inhaber der Halford Metal Bar in Berlin längst kein unbeschriebenes Blatt mehr sein; ungeachtet dessen steht die Musik im Fokus. Epische Stücke halten sich passend zum Bandnamen METALL mit aggressiven teils heftig in den Thrashbereich driftender Tempoattacken einschließlich hymnenhaft heroischem Gesang die Waage. Stilprägende JUDAS PRIEST-Einflüsse scheinen bei METALL des Öfteren durch. Auf diesem Achttrackling regiert traditioneller Oldschool-Heavy Metal mit zeitweise auch Thrashanteil, wobei das große Unterscheidungsmerkmal von METALL beim erfrischend vielseitigen, gerade aufgrund seiner zwischen gefühlvoll eindringlichem Hochtonklargesang sowie aggressivem Thrashshouting recht eigenwillig zwischen den Stilen sich bewegenden Organ somit stellenweise extrem gewöhnungsbedürftigen, durchaus Gemüter spaltenden Gesangsstil von Joel Stieve Dawe liegt der seinen ureigenen Wiedererkennungswert besitzt, sogar auch schon mal mit Deathgrowls oder tiefen Backing Vocals aufgelockert variiert, („Fly“). Die Gitarren entfachen bei raumgreifenden Riffs und explosiven Leadsoliparts immens Druck, das Schlagzeug sorgt für kräftigen Punch, musikalisch hinterlassen METALL keinen schlechten Eindruck was ein wenig stört, ist der verwaschen abgemischte Sound, womit eigentlich alles in Metall ähhh... Butter wäre. „Metal Heads“ und „Crimson King“ gehen auf Anhieb direkt ins Gehör. Typisches Beispiel für die Unberechenbarkeit von METALL geben die beiden zum Schluß völlig aus dem Rahmen fallenden (Power)-Thrash-Granaten „Imperium“ und „Wrath“.„Riding On The Storm“ und „Glory“zeigen die epische zeitweise an mancher Stelle noch leicht schwächelnde Seite der Band, die zwar kein Hammeralbum, jedoch ein qualitativ gutes künftig ausbaufähigeres Debüt an den Start gebracht hat, wovon sich eisern auf klassischen Heavy-, Power- und Thrashmetal schwörende Traditionalisten bei Zeit und Gelegenheit selbst überzeugen sollten!

Als Anspieltipps einer satten Heavy Metal-Scheibe seien der auf traditionellen Metall schwörenden Headbangerfraktion der auf erhöhtem Geschwindigkeitslevel ins Gehör ballernde Titeltrack „Metal Head“, „Crimson King“, sowie die Power-Thrasher „Imperium“ und „Wrath“ empfohlen. 7,5/10