06 arcticsleep

VÖ: bereits erschienen
(The Church Within)

Style: Drone Doom/Classic Hardrock/Space Rock/Post Metal

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ARCTIC SLEEP

Wenn man bedenkt, das es sich bei 'Passage of Gaia' schon um das sechste Album der 2005 in Milwaukee gegründeten Band handelt, ist es geradezu erstaunlich, welch harmonisch einheitlich fließendes Gebilde sich aus der Kombination von Doom Metal, klassischem Hardrock, Space Rock, und Post Alternative-Metal und schwerem Psychedelic-Touch heraus schälend ergibt. 'Passage of Gaia' setzt sich in konzeptioneller Longplayform mit dem Wirken der griechischen Erdmuttergöttin Gaia auseinander. Vergleichsweise zum schwerblütigeren weitaus nebulöseren Vorgänger 'Arbors' gehen ARCTIC SLEEP wieder hochgradig elegant raumgreifend melodisch, um einiges weniger Space und drownelastig zu Werke, dafür weitaus direkter im klassischen Stil rockender zu Werke. FLIGHT OF SLEIPNIR/40 WATT SUN-Einflüsse wurden nahezu fast komplett gegen VELVET UNDERGROUND/THE CURE-Einflüsse ausgetauscht; CULT OF LUNA-Flair verbunden mit dehnbarer Stadionrockoptik und weiblicher Klargesang von Emily Jancetic deren Stimme sich wunderbar stilvoll ergänzend zu den Männergesängen ins Gesamtkonzept einfügt, geben diesem achtteiligen Konzeptwerk ein völlig anderes bis dato von ARCTIC SLEEP bisher nicht bekanntes Bild. Spätestens ab dem dritten Stück „Green Dragon“ kristallisiert sich die feste Grundsubstanz der keineswegs mehr mit dem Vorgänger zu vergleichenden Scheiblette heraus. Atmosphärische Heaviness trifft bittersüße Melodie, im Handlungsfenster von Natur und Kosmos, Schmerz und Evolution. Der Albumtitelsong „Passage of Gaia“ schickt sich tiefen entspannt verträumt an, das hörende Individuum einzulullen, ehe spätestens nach 3 ½ Minuten folgend auf eine melancholische Brücke ab der 5. Minute das Tempo des sich auf 9 erstreckenden Epos immens heftig anzieht! Akustikgitarre und Cello leiten das „Solar Lament“ ein, das etwa zur Hälfte die Leisetreterei beginnend, sich zur voluminösen Rockorgie hineinsteigert, während „Destroy The Urn“ die 54 Minuten episch ausklingen lässt. „Passage of Gaia“ hat durchaus seine Längen, liegt dank seiner Eingängigkeit inklusive des phasenweise recht langatmigen Berieselungsfaktors qualitativ immer noch klar im grünen Bereich, kommt allerdings auf Dauer nicht ganz an das starke 2012er-Output heran. Man darf gespannt sein, womit die Arktischen Schläfer als nächstes ihre Hörerschaft wecken.

Fazit: Horizont erweiterndes Gehörfutter für das viel Geduld vonnöten ist, dessen Inhalt mit jedem weiteren Hördurchlauf neue Feinheiten offenbarend, sich ähnlich des Vorgängerwerkes 'Arbors' ungeheuer nuancenreich verpackt erschließt. Wenn es eine Hoffnung machende Kompaktantwort auf den oft depressiv gepolten Drone Doom gibt, dann haben sie definitiv ARCTIC SLEEP! 8/10.