VÖ: 21.04.17
(Pandastorm)

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PANDASTORM

Klapptext:

Der Familienurlaub von Tony und Emily Hughes (James Nesbitt, Frances O'Connor) endet in einem furchtbaren Albtraum. Im kleinen französischen Städtchen Chalons Du Bois verschwindet ihr fünfjähriger Sohn Oliver (Oliver Hunt) plötzlich in einer Menschenmenge. Die Polizei startet umgehend eine Suchaktion und beordert Julien Baptiste (Tcheky Karyo), einen der renommiertesten Ermittler Frankreichs, in den kleinen Ort. Ohne Erfolg: Der Junge bleibt spurlos verschwunden. Während die Verzweiflung der Eltern wächst, stürzen sich die Medien auf den spektakulären Fall. Acht Jahr später kehrt Tony Hughes an den Ort des Verbrechens zurück. Schuldgefühle und Schmerz haben seine Ehe zerstört, doch während Emily in einer anderen Beziehung den Neuanfang gewagt hat, sucht Tony weiter wie besessen seinen Sohn. Als neue Hinweise auftauchen, wird auch das Interesse des mittlerweile pensionierten Julien Baptiste wieder entfacht…

Kritik:

Ist man voreingenommen, wenn man eine Serie schaut, bei der sich Kritiker wie Zuschauer gleichermaßen überschlagen und mit fulminanten Worten versuchen zu übertrumpfen? Denn ehrlich, ich bin ein wenig enttäuscht von dieser Miniserie aus dem Jahr 2014.Waren die Erwartungshaltungen zu hoch? Ja, das Thema ist sehr stimmig, die ausweglose Verzweiflung und Hilflosigkeit der Eltern toll gespielt und in Szene gesetzt. Auch der düstere Grundton (der für Serien dieser Art ja fast zu guten Ton gehört) ist fein akzentuiert. Ebenso das Finale, das sich völlig unerwartet in immer neue Richtungen bewegt, zeugt von Finesse und schreiberischem Sachverstand. Als sehr positiv zu werten ist auch die relative Geradlinigkeit der Handlung. Auch wenn diese auf zwei Zeitebenen spielt verstrickt man sich nicht in unnötigen, mehrgleisigen Nebenhandlungen. Weniger ist hier klar mehr. Wo aber bitte ist die Spannung in dieser Serie? Fast alles verläuft in erschreckend zähen und ruhigen Bahnen. Der Focus liegt klar auf dem Seelenleben der Charaktere und deren Veränderungen, die durch das tragische Ereignis ihren unveränderlichen Lauf nehmen. Rasante Szenen ca. 10 Minuten in 8 Stunden sind mir bei diesem Krimi klar zu wenig. Ich denke, wäre das Staffel-Thema ein anderes gewesen, wäre der Erfolg von The Missing sicherlich nicht so hoch an die Kaimauer geschwappt. So dürften viele Eltern gebannt vor dem TV mitgefiebert haben, denn das Schauspiel der beiden Hauptdarsteller ist ausgezeichnet. Leider verhagelt die deutsche Synchro in den Nebenrollen doch ein wenig die Dramatik der Handlung. Viele Sprecher leben ihren Rollen nämlich mit erschreckend emotionaler Gleichgültigkeit und relativer Gefühlslosigkeit. Das Bild der BluRay stößt mit 4 Stunden auf einem Silberling irgendwann an seine Grenzen und hätte schärfer sein können. Erfüllt aber immerhin im Serienbereich gängige Standards. Die Featurettes sind als solche völlig zu vernachlässigen. Unnötig zusammen geschnittene Schnipsel oder Audiokommentare braucht kein Mensch.

Fazit: Träge und auf intensive Wirkung bedacht konzentriert man sich hier nur auf das Wesentliche. Der Focus liegt auf den Opfern und gar nicht mal so stark auf dem Täter. Interessant, stimmig und gehaltvolles Psycho-Drama. 7,5 von 10

Diskinfos:

Ton - German (Dolby Digital 5.1), English (Dolby Digital 5.1)
Bild - 16:9 - 1.77:1
Boni – Featurettes, Audiokommentare