Konzert vom 17.12.17

Bands: WARPATH, STALLION, REGULAR PEOPLE, MESMERIZED, SPEED QUEEN, ATOMWINTER, HELLFORCE und METAL AVENGER

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MASTERS OF CASSEL

Oh du Fröhliche, oh du Selige... HEAVY METAL bringende MASTERS OF CASSEL-Zeit!

Im Jahre 2005 aus einer Idee geboren, öffnete das bewährte MASTERS OF CASSEL-Festival ein weiteres Mal seine Pforten, um das traditionsreiche Event für die Heavy Metalfangemeinde Nordhessens und über die Region hinaus zu präsentieren. Heavy-, Power-, Speed-,Thrash-, Death- Blackmetal und Hardcorefans bekommen pünktlich am Jahresende zu Weihnachten kräftig die Ohren freigeblasen. Zur 9. Auflage des beliebten regionalen Festivalevents zu Weihnachten am 17.12.2016 der in der Vergangenheit erstklassige Headliner wie SODOM, STEELPREACHER, ONE MAN ARMY & THE UNDEAD QUARTET, DISCREATION, TOXIN usw.,, in Kassel sah, sind erneut acht Bands unterschiedlichster Stilrichtungen beim MASTERS OF CASSEL angetreten, um der treuen Anhängerschaft harter Stromgitarrenklänge in der Vorwoche zum traditionellen Tannenbaumfest schwer einzuheizen. Das K 19 ist bei unserer Ankunft gegen kurz nach 16:00 Uhr bereits gut mit Leuten gefüllt, auf dem Parkplatz stehen ebenfalls nicht wenige, um draußen an der frischen kühlen Luft etwas zu Essen, Trinken oder wie die Raucher unter den Metalfans wohl zu sagen pflegen... - „eine zu Dampfen“. Die ersten 35 Besucher haben ihre Geschenke frühzeitig vom fleißigen Masters of Cassel-Team in Empfang genommen, das interessiert im Endeffekt wenn überhaupt marginal, schließlich zählt nur eines: - Die Musik! Irgendwie beginne ich zu ahnen, dass sich in Kürze etwas anbahnt... ein spürbares Kribbeln liegt in der Luft, die mystische Introsequenz lässt erahnen, dass hier etwas Mächtiges kommt:

METAL AVENGER

Beim letzten Mal habe ich den Gig von METAL AVENGER ärgerlicherweise verpasst, - diesmal nicht! METAL AVENGER müssen schon am Frühnachmittag um 16:30 auf die Bühne. Zunächst gibt es zwischendurch Soundprobleme, die allerdings im Laufe der Vorstellung behoben werden. Zunächst bleibt es vor der Bühne überschaubar, doch mit zunehmender Spielzeit wacht auch das M.O.C.-Publikum allmählich richtig auf. Der kleine auf der Bühne groß aufdrehende Frontmann Minor ist ein Glücksgriff für die Band. Mit ihm haben METAL AVENGER einen richtig ausdrucksstarken Sänger gefunden, der in Sachen Mimik, Gestik und Gesangsvolumen bei Nummern wie „The Sword“, „Draw The Line“ oder „Unleash the Fires of Hell“ den Live-Spirit des traditionellen Heavy Metal inbrünstig ausdrucksstark rüberbringt. Statt dem JUDAS PRIEST-Cover „Hell Patrol“ überraschen METAL AVENGER heute mit dem  gewaltig Stimmung auslösenden GRIM REAPER-NWOBHM-Klassiker „See You in Hell“, wobei das Publikum kurz vor Schluß regelrecht austickt. Gitarrist Jonas steigt mittendrin von der Bühne, um gemeinsam mit den Fans davor abzurocken! Lautstarke Zugaberufe eines schon zu früher Nachmittagszeit in Hochstimmung (!)befindlichen Auditoriums bestätigen den Jungs einen tollen Gig in ihrer Heimlocation, dem K 19, ehe die Bandhymne „Metal Avenger“ zum Schluß all das signalisiert, wofür der Name METAL AVENGER steht. Das hätte sicher auch den „ruhmreichen Rächern“ aus den Marvel Comics sofern sie denn Rockfans wären, gefallen. Keine Frage, die Jungs sind auf dem richtigen Weg, weil sie wissen, wie's geht!

METAL AVENGER haben verabschiedet von kräftigem Applaus mit Zugabforderungen Bomben-Eindruck hinterlassen, trotz zwischenzeitlicher Soundprobleme für einen gelungenen Auftakt der 9. Auflage des MASTERS OF CASSEL gesorgt, womit auch meine Laune ganz schnell im sicheren oberen Bereich angekommen ist. - Saubere Vorstellung!

HELLFORCE

haben keine Schwierigkeiten locker nachzulegen. Im Gegenteil, das K 19 ist bereits mehr als ansprechend mit Leuten gefüllt, was vielleicht auch daran liegen könnte, das die Musiker teilweise auch in anderen Bands aktiv sind. Das sich nun bietende Bild zeigt einmal mehr, warum sich der Besuch von Kleinfestivals wie dem MASTERS OF CASSEL jedes Jahr auf's Neue empfehlen. HELLFORCE-Drummer Stefan, der heute seine letzten Gig im K 19 absolviert, wird feierlich von der Band mit zwei Drumsticks verabschiedet. Florian holt den aufgrund beruflicher Belastung ausgetretenen Ex-Stöckeschwinger auf die Bühne und dankt im Namen aller HELLFORCianer für eine "geile Zeit". Die für Kasseler Verhältnisse ohnehin zahlenmäßig stark vertretene auf rumpelnden Oldschool-Deathmetal zwischen Acts wie OBITUARY, BOLT THROWER und SUFFOCATION geeichte Fansektion bekommt von HELLFORCE bei Schädelsprengern wie „Bloodpath“, oder „Forces of Hell“ gewaltig die Ohren freigeblasen, daneben verfeinern sie ihr Grundgerüst mit vereinzelt aufblitzenden Thrash und Blackmetal-Attacken vereinzelt kristallisiert sich sogar Grindcore-Anteil heraus! Neben Sänger/Gitarrist Florian, der jeden Augenblick seiner Bühnenpräsenz genießt entpuppt sich Bassist Jan, der u. a. auch bei REAPER Schlagzeug spielt, mit seinen zwischenzeitlich intensiven Deathmetal-Growls staunende Blicke auf sich zieht, während Christian an der Zweiten Klampfe herausholt, was die Saiten hergeben, um die auf knallharten Oldschool-Deathmetal schwörende Headbanger-Fraktion zu massiven Haarschüttelexzessen zu bringen. HELLFORCE hauen schonungslos heftig ins Mett, das es richtig satt knüppelt, wobei des weder an brachial fetten, pfeilschnellen, rotziger Räudigkeit halsbrecherischen Tempoattacken, rasanten Midtempogrooves noch räudiger Schlagseite fehlt. So herrlich ungeschönt ranzig rumpelt nur schneidend aggressiver Oldschool-Deathmetal mit massiv räudiger voll auf's Maul-Garantie. Beim MOTÖRHEAD-Cover „Rock Out“ in amtlich dreckig, speckig, rockend rollig, blackmetal-thrashlastigem Schrettergewand gehen auch beim schreibenden Individuum dieser MASTERS OF CASSEL-Berichterstattung sämtliche Sicherungen durch. - Was muss, das muss! HELLFORCE wurden ihrem Bandnamen gerecht. Grossartig – das war definitiv eine kräftige Ansage... für alles danach weiter Folgende, womit HELLFORCE-Sprachrohr Florian die Zugabeforderungen der Death Metal-Fraktion mit treffsicherer Wortwahl nach offiziellem Session-Ende vertröstet: „Nach uns kommen ATOMWINTER, - die machen da weiter, wo wir aufgehört haben.“ Exakt!

ATOMWINTER

präsentieren sich zutreffenderweise als Bühnenerfahrene bestens aufeinander eingespielte Einheit und setzen dem guten HELLFORCE-Hölleninferno noch einen drauf. Göttingens finest in Sachen Deathmetal zeigen dem Kasseler Publikum wo der Hammer hängt. Wahnsinn, welch mächtige Wall of Sound das Göttinger Abrisskommando im K 19 auffährt, das lässt schwer an gestandene Killerkommandos wie ASPHYX, UNLEASHED, BOLT THROWER und CELTIC FROST denken, sägende Atomic Deathmetal-Zerstörer wie „Bloodcult“, „Ghosts of the Pit“ oder „Purify the Spawn“ walzen restlos alles nieder. Da rollen tonnenschwere Gitarrenwände, massiv killende Kapazität austeilende Grooves, wuchtig donnert das Schlagzeug. Fronthüne Olle wirkt allein optisch recht beeindruckend auf der Bühne, lässt neben seinen tiefen Death-Crowls zeitweise sogar kombiniert mit einer Prise heißerem Gekeif sogar selbst noch kräftig Luftgitarre spielend neben seinen Gitarristen die Mähne kreisen, stachelt das Publikum durch dynamische Gesten permanent zum Headbangen an. Während der Session muss ich an meinen Zine-Kollege Jochen denken, der sich über dieses hammermäßig brutal heftige Oldschool-Todesblei-Brett sicher ebenso wie meine Wenigkeit gefreut hätte! An mancher Ecke stechen vereinzelt sich bemerkbar machend super zum Sound passende Doomanteile heraus, ansonsten servieren ATOMWINTER ein alles niederreißend mörderisches Inferno, das keinen Grashalm stehen, sein auf Death Metal geeichte Publikum gleich vom ersten Takt durch die Bank Headbangend ausklinken lässt, und selbst bei Nicht-Deathmetal-Lunatics serienweise für höchst erstaunte Gesichter sorgt. Spätestens nachdem ATOMWINTER derart heftig die Bühne zerlegten, dürfte nichts mehr kommen, möchte man zu denken geneigt sein. ATOMWINTER waren trotz starker METAL AVENGER und HELLFORCE-Vorstellungen bislang die beste Band des Tages mit großem Zuspruch einer permanent abgehenden Deathmetal-Fraktion ein echter Gewinn für's M.O.C., - eine solch kompromisslos druckvoll alles wegmähende Abrissbirne lässt überhaupt keinen Zweifel daran aufkommen. ATOMWINTER haben sich mit der Vorstellung im wahrsten Sinne des Wortes für weitere Aufgaben schwer empfohlen!

SPEED QUEEN

beweisen selbst nach einer solch mörderisch brutalen Deathmetal-Abrissbirne, dass noch viel geht, bzw. heftig etwas kommt. Binnen fünf Minuten hat sich der Saal bereits mehr als ordentlich mit Leuten gefüllt, die Headbangen, Tanzen oder einfach neugierig schauen, was da vor sich geht. Obwohl es diese recht junge begabte Formation aus dem Jahr 2015 noch nicht allzu lange gibt, wecken sie bereits reichlich Neugier und fesseln mit ihrem kräftig aus den Wurzeln des klassischen N.W.O.B.H.M.-Spirits gewachsenen Konzentrat aus klassischem Heavy und feurigem Speedmetal. SPEED QUEEN verabreichen eine derartige N.W.O.B.H.M.-Vollbedienung, die den Belgiern im Handumdrehen dicken Sympathiebonus einbringt. Die Jungs haben 40 Minuten Spaß auf der Bühne geführt von ihrem sich auf den Brettern als echte Rampensau zeigenden Fronter Thomas Kenis enorm viel Ausdauer gepaart mit unbändig wilder Energie, bringen den ungeschliffenen Heavy Metalspirit der frühen 80er dank heftig direkt nach vorn gehend rotziger Heavy/Speedkracher vom Kaliber „Fly High“, „Stay Drunk“, „Kids of Rock n' Roll“ so überzeugend ehrlich, das sie schnell das Publikum auf ihrer Seite wissen. Die Gitarrenfraktion blüht förmlich auf, klasse, was die Jungs abreißen, das Schlagzeug klatscht und scheppert oldschool as fuck, das es eine Freude ist. Was geht immer, wenn man nur knapp eine halbe Handvoll eigener Songs zur Verfügung hat? Richtig – eine Coversession! Mit dem UFO-Klassiker „Doktor, Doktor“ liegen SPEED QUEEN goldrichtig. Das ohnehin prächtig angestiegene Stimmungsbarometer innerhalb der Headbangerschaft klettert exponentiell ganz weit nach oben, die klassische Heavy Metalfraktion dreht voll am Stück durch, es wird geheadbangt und gepogt, das K 19 ist im puren Adrenalinrausch, die Härtnerschaft tobt! Ein headbangender Kollege der im DOKKEN „Beast From The East“-Muskelshirt stilsicheren Geschmack beweist, raunt mir ins Ohr: „Jetzt bekomme ich endlich einmal Gelegenheit, meine Jacke auszuziehen,“ tut es und wirft seine Lederjacke vor mich auf den Boden, ehe die Bandhymne „Speed Queen“ kommt. Wie Recht mein headbangender Kollege hat, zeigt sich nicht allein an der im Raum herrschenden Hitze, sondern einer ausnahmslos auf durchweg hohem Energielevel dauerhaft mitreißenden SPEED QUEEN-Session, die den Belgiern im Handumdrehen neue Fans in Serie einbringt, an denen der intensive Heavy/Speed-Wirbelsturm aus Belgien viel zu schnell vorüberzog. Es wäre prima, wenn diese begnadete Road Crew aus dem Edeltrüffel-Königreich schon bald eine Chance bekommt auf eine umfangreichere Tour zu gehen. Vielleicht kehrt die SPEED QUEEN nach solch triumphialem Auftritt nicht eventuell irgendwann, sondern hoffentlich bald auf's MASTERS OF CASSEL oder nach Nordhessen zurück?!? Wer weiß...

Am Rande bemerkt:

Das kein Gast das M.O.C. hungrig verlässt, dafür garantieren abermals DIE ECKBERTS, diesmal gibt’s keine Suppen, stattdessen deftige Verköstigung für den Magen mit Bratwürstchen, Pommes, Leberkäse-Brötchen, womit auch bestens für's leibliche Wohl gesorgt ist. Ein M.O.C.-Festival ist ohne DIE ECKBERTS längst nicht mehr vorstellbar. An dieser Stelle möchte ich Eckbert auch für die Einladung zum Lemmy-Gedenkabend im Pferdehalfter am Heiligabend danken. Ergiebige Gespräche sorgen selbst bei kalten Temperaturen dafür, das man länger als gedacht draußen bleibt. Hinten in der Ecke halten auch der Metalmerchandise-Verkaufsstand vom 98-Records Team, sowie alle Bands, die ihre eigenen Tonträger und Merchprodukte mitgebracht haben, wieder eine breit gefächerte Auswahl LP's Patches, Shirts, Kapus usw. bereit. Gelegenheit für Fotos usw. gibt's auch. Der Zuschauerschnitt ist ok, ca. 250 Besucher haben sich zum M.O.C. 2016 im K 19 eingefunden.

MESMERIZED

haben es nach der packenden SPEED QUEEN-Vorstellung schwer da noch einen drauf zu setzen und ganz ehrlich gesagt, gelingt es ihnen heute nicht, was weniger den exzellenten handwerklichen Fähigkeiten der Band geschuldet ist, sondern mitunter an der Tatsache liegt, das viele Besucher die es lieber geradlinig wollen, Schwierigkeiten mit der Mischung aus Progessive Metal und Thrash haben. MESMERIZED ziehen ihren Gig routiniert durch. Die gesamte Band wirkt als harmonisch aufeinander abgestimmtes Team auf der Bühne. Fronter Armin im TESTAMENT-Shirt präsentiert sich prima bei Stimme auch sämtliche Gestiken sitzen einwandfrei, die technisch hoch versierte Gitarrenfront erzeugt in gewohnter Weise immensen Druck, der Schlagzeugsound stimmt, wie so oft kommt das Publikum etwa nach der Hälfte allmählich besser mit dem progressiven Songmaterial in Fahrt, obgleich die Reaktionen vergleichsweise zu allen davor spielenden Bands verhaltener ausfallen, ist die MESMERIZED-Vorstellung ordentlich besucht und nach 40 Minuten bereits zu Ende. Festzuhalten bleibt: MESMERIZED haben einen erwartungsgemäß amtlich guten Gig auf gewohntem Niveau gespielt, so wie man die Kasseler Progressive Power-Thrasher kennt.

REGULAR PEOPLE

geben allen PANTERA-Fans danach mit ihrer A Tribute To PANTERA-Show kräftig etwas auf die Rübe. REGULAR PEOPLE gehören zu den besten PANTERA-Coverbands, denen es auch in Kassel gelingt einen größeren Teil des Publikums vor der Bühne zum Durchdrehen zu bringen, während zahlreiche anwesende sich das Spektakel aus der Distanz anschauen oder bei Nichtbedarf an PANTERA-Covern den Weg trotz fieser Kälte nach Draußen vorziehen um etwas zu Essen, etwas zu trinken oder gepflegt eine zu Quartzen. Drinnen machen die aggressiv zu Werke gehenden dem Original schon recht nahe kommenden Lippstädter bei den an diesem Abend auf dem M.O.C. zahlreich vertretenen PANTERA-Fans alles richtig, die sich von „Cemetary Gates“ und „Fuckin' Hostile“ bis „Walk“ nach allen Regeln der Kunst exzessiv zu einem bunten Klassikerset einer der wichtigsten Stil und Genreprägendsten 90er-Combos auf dem härteren Metalsektor austoben. Licht und Sound stimmen auch, da hat alles seinen Platz wie die aufgestellten Plätzchenschüsseln am Getränkeausschank. Der PANTERA-Erinnerungsgig wird in Kassel zum vollen Erfolg, womit auch REGULAR PEOPLE mit Fug und Recht zu den Gewinnern eines durch die Bank  immens starken, in solch hoher Konstanz sogar auf dem MASTERS OF CASSEL nicht allzu oft vertretenen Billings gezählt werden dürfen, was bei so vielen diversen Stilen keineswegs selbstverständlich ist!

STALLION

spielen den letzten Gig ihrer Tour in diesem Jahr in Kassel und lassen sich dabei verdientermaßen eine Stunde komplett am Stück feiern und nutzen die ihnen zur Verfügung stehende Spielzeit sinnvollerweise komplett. Sobald STALLION angeführt von ihrem quirligen in rot-weißer Spandexhose mit dickem Vollbart, (was auf den ersten Blick stark Waldschratverdächtig anmutet, doch irgendwie auch wiederum passt), in Lederjacke und SKULLFIST-Kutte Frontmann Pauly auf der Bühne stehen, ist die den Baden Württemberger Stahlhengsten treu ergebene Fanmasse im K 19 überhaupt nicht mehr zu halten, das Stimmungslevel im K 19 erreicht seinen Siedepunkt, - die Hütte kocht! Der Fanmob rastet schon beim zügigen „Killing Time“ als perfekt gewähltem Opener und dem folgenden Up-Tempo Hammer „Wild Stallions“ gefolgt von „Watch Out“ komplett am Stück aus! STALLION haben sämtliche Hymnen im Programm, es wird nichts ausgelassen, sondern gespielt, was möglich ist. Basser Niki und sein hinterm Schlagzeug sitzender Bandkollege Aaron legen ein voluminös kompaktes Rhythmus-Fundament. Äxxl und Olli Gee lassen ihre beiden Äxte quietschen, röhren, kreischen und kreisen, das die Drähte glühen! Pauly's Frage, ob das Publikum noch weiter Bock auf Heavy Metal hat, erübrigt sich anhand der laut brüllend tobenden Kulisse ganz von selbst. Logisch, das auch „Wooden Horse“ dafür sorgt, das beim Publikum die Gäule durchgehen. Prima! Trotz wirklich starker Vorbands haben die Baden Württemberger auch in Kassel resonanztechnisch die Nase am weitesten vorn. Sobald der Stahlhengst mitsamt Publikum ersteinmal ins Toben gerät, ist er nicht mehr zu bändigen! Wenn das gesamte K 19 Kopf steht (die STALLION-Fangemeinde geht wie schon beim alles wegfegenden Aufgalopp der Stahlhengste beim F.M.O. extrem steil!) bedarf ein solches Bild keiner weiteren Erklärung, das sagt eigentlich alles, da fällt es noch nicht einmal sonderlich ins Gewicht, das heute sogar auf das literweise Adrenalinschub garantierende ROCK GODDESS-Cover „Heavy Metal – Rock n' Roll“ verzichtet wird, - ein Luxus, den sich STALLION mittlerweile leisten können, was ihnen an diesem Abend auch keiner verübelt, - 60 Minuten Spielzeit sind ziemlich begrenzt und quasi wie im Flug vorbei. Am meisten freue ich mich heute über „Rise and Ride“ und „The Devil never Sleeps“, gerade diese knackigen Hymnen sind wie das ebenso mächtige Schlußdoppel aus keinem STALLION-Konzert mehr wegzudenken. Das rasante Heavy/Speedinferno „Canadian Steel“ beendet zunächst den offiziellen Teil amtlich, ehe die Band zwecks Zugabe zurück gebeten wird, um bei „Shadow Run“, erneut kräftig Vollgas und anschließend von den Fans unter lautstarkem Beifall abgefeiert, die Bühne frei zu geben. Prima! - STALLION und Fans, - ihr habt Kassel g. e. r. o. c. k. t.!!!!

STALLION präsentierten sich mit dieser Setlist als würdiger M.O.C.-Headliner:

Kiling Time
Wild Stallions
Watch Out
Right One
Rockarolla
Rise and Ride
Wooden Horse
Stigmatized
The Devil Never Sleeps
Give it to Me
Zugaben:
Canadian Steele
Shadow Run

WARPATH

WARPATH liefern einen ordentlichen Gig. Die Mischung aus räudigem Straßen Rock n' Roll und rauen Thrashelementen lockt einen bis zum Schluß ausharrend restlich verbliebenes entweder neugierig zuschauenden oder sämtliche Restkraftreserven mobilisierendes Fahnklientel in den Bereich unmittelbar vor der Bühne, womit auch die allerletzten Feierwütigen endgültig auf den Nachhauseweg geschickt in die kalte Sonntag-Nacht entlassen werden. Stinkefingergestik verbunden mit stark an der Peinlichkeitsgrenze sich bewegendem Billig- Assiprollgehabe stößt auch wenn Frontmann Digger das vielleicht anders sieht, soviel wird im Laufe des WARPATH-Auftritts deutlich erkennbar, zu spät nachgerückter Stunde längst nicht bei allen noch anwesenden Festivalbesuchern auf ungeteilte Gegenliebe. Unabhängig dessen kommt zumindest noch ein Teil des verbliebenen, den Kriegspfadlern treu folgenden Metalfanklientels voll auf seine Kosten, ehe etwa gegen 1:10 Uhr die Lichter im Saal angehen und schleppenden Schrittes der Weg nach Hause angetreten wird.

Festival-Nachwort:

Was beim diesjährigen 9. MASTERS OF CASSEL ganz besonders positiv auffiel, zeigte sich in der guten Zuschauerresonanz bei so ziemlich allen Bands und einem hervorragend unterstützenden Publikum, wobei ausgerechnet WARPATH immense Einbußen in Sachen Zuschauerschnitt erreichten, während die Vorbands dafür umso besser besucht waren. Kurios? Nein, das häufig unvermeidliche Los des Rausschmeißers, der nach dem Headliner in der Regel meist einen schweren Stand hat, noch einmal das Publikum aus der Reserve zu locken, vor allem wenn dieser aus Württemberg kommt und STALLION heißt, dafür haben sich WARPATH sogar ziemlich achtbar aus der Affäre gezogen. Die Band mit dem besten Zuschauerschnitt hieß den Erwartungen im Vorfeld gemäß entsprechend STALLION, auch die Vorbands hatten ein deutliches Plus zu verzeichnen. Spezielle oder persönliche Highlights hervorzuheben spare ich mir Das M.O.C.-Billing war dieses Jahr sowohl in Sachen Publikumsresonanz ebenso bezüglich Auftritten aller Bands dermaßen konstant ausgeglichen auf gutem bis erstklassigem Niveau, das es keiner Band gerecht würde, auch nur eine allzu weit heraus zu heben. Licht und Sound waren prima, am Anfang bei METAL AVENGERS stockte der Sound zunächst, ansonsten alles in Ordnung. Das M.O.C. hat gezeigt, das es auch mit kleinerem Publikumsschnitt möglich ist, ein berauschendes Metalfest  auf die Beine zu stellen, das keine Kehle allzu lange durstig und kein Auge trocken bleibt.  Mein besonderer Dank gilt an dieser Stelle Dirk, Diana und dem gesamten MASTERS OF CASSEL-Team, für eine tolle Organisation, der freundlichen Thekenmannschaft im K 19, dem Kassendienst, der Security, den Licht-, Sound- und Tontechnikern sowie allen Bands  und natürlich allen an diesem tollen wahnsinnig erfolgreichen Abend anwesenden mitbeteiligten Fans, wodurch das MASTERS OF CASSEL zu einem gelungenen Jahresabschluß in gemütlich entspannter Atmosphäre wurde. Die Heavy Metal-Szene in und um Kassel hat eines der besten, mitunter erfolgreichsten M.O.C.-Festivals erlebt, die festgehaltenen Videoaufnahmen sprechen Bände. Alle die nicht dabei waren oder es bedingt durch zwingenden Grund leider nicht sein konnten sollten gelegentlich bei Facebook reinschauen.     Ein dickes Lob bekommen ebenfalls DIE ECKBERTS, ohne deren leckere Verköstigung dem M. O. C. gewaltig etwas fehlen würde. Mit einem solch würdigen Schlußfinale zum Jahresausklang vor dem Weihnachtsfest 2016 wecken die Erinnerungen an das M.O.C. 2016 schon jetzt reichlich Erwartungen fürs kommende Jahr 2017 wenn das MASTERS OF CASSEL sein 10-jähriges Jubiläum feiert und es heißt: „Alle Jahre wieder kommt...“ Wisst ihr was? - Schnickschnack, lassen wir das. Den Rest könnt ihr euch denken...

Fotos:  Michael Toscher