Konzert vom 28.12.16
Bands: KILMISTER, NITROGODS, ROCKFURT

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HARD’N HEAVY FREUNDE OFFENBACH
KILMISTER
NITROGODS
ROCKFURT

Egal, wo man als Metalfan heute im Netz hinblickte, alles erinnerte an den 1. Todestag von Ian Fraser „Lemmy“ Kilmister (MOTÖRHEAD). Auch die Hard’n’Heavy Freunde Offenbach gedachten auf ihre Art diesem Ereignis und stellten hierzu ein musikalisches Event auf die Beine, die „Rock Night zu Ehren von Lemmy Kilmister“.



Den Startschuss an diesem Abend gaben ROCKFURT. Als Frankfurter auf Offenbacher Boden Fuß zu fassen ist schwer. Obwohl der Sänger angab, selbst Offenbacher zu sein und seit 15 Jahren (oder waren es sogar 25?) das erste Mal wieder auf einer Offenbacher Bühne zu stehen, so richtig wollte dem 5er die Anbindung an das wirklich empfängliche Publikum selten gelingen. Stilistisch war man zwar breit gefächert aufgestellt, aber am eigentlich musikalischen Themenabend ging die zusammengestellte Setlist weit vorbei. Den älteren Herrschaften merkte man an ihren sparsamen Bewegungen und den eher unprofessionellen Ansagen förmlich an, dass es sich hier um eine Hobbyband mit einer übersichtlichen Anzahl an Auftritten im Jahr handeln dürfte. Meine Aufmerksamkeit beim einstündigen Auftritt ließ schnell nach. Nachhaltig blieb mir eigentlich nur die wirklich gute Bühnenausleuchtung in Erinnerung und warum auch immer das passierte, das Wegwerfen einer weißen Ibanez Gitarre von einem der beiden Gitarristen, die am Boden liegend auch noch einen weiteren respektlos anmutenden Kick erhielt und Richtung Drum Riser schlidderte. Dafür dürfte er bei dem einen oder anderen Gitarren-Fan bzw. Musiker im Saal (und es waren einige da) auf großes Unverständnis gestoßen sein.



Der Hauptgrund meiner heutigen Anwesenheit auf diesem Event waren die NITROGODS. Nach vielen Jahren mit diversen Tätigkeiten im Musikgeschäft werden meine a ha-Erlebnisse in Sachen neuer Bands immer weniger. Im Spätsommer 2016 hatte ich aber mal wieder ein solches, als ich dieses Trio hier auf dem Rock in Schroth Festival erleben durfte. Diese Mischung aus handgemachtem, ehrlichem, bierseligen Blues- und dreckig rauem Straßenköter-Rock hatte mich da recht schnell gepackt. Im Nachhinein betrachtet für mich eigentlich verwunderlich, da dieses Genre so gar nicht meine musikalische Heimat darstellt. Umso höher war auch meine heutige Erwartungshaltung. Einige Elemente der Darbietung wie z. B. die kurze Einlage bei „Lipsynch Stars“ mit dem Bierflaschen-Solo von Schlagzeuger Klaus Sperling (Ex-SINNER, Ex-FREEDOM CALL) und dem Hinweis von Henny Wolter (Ex-THUNDERHEAD), dass bei einer NITROGODS Show „alles echt ist und nicht wie bei manch anderer Band geschummelt wird“, kannte ich bereits. Auch dürfte sich an der Setlist nicht viel verändert haben, denn einige Stücke erkannte ich sofort wieder. Aber gerade das ist es, was die Band für mich ausmacht. Sie hat diesen gewissen Wiedererkennungswert! Vielleicht hatte das auch das Publikum in OF gemerkt, denn schon beim 2. Song („Gasoline“) schmolz das Eis zwischen Bühne und den ersten Publikumsreihen und diese Lücke wurde geschlossen. Mich spricht auch dieses variable Songwriting der Combo an, das live umgesetzt eben dieses gewisse Etwas verkörpert. Man agiert mit zwei Sängern, die grundverschiedene Stimmlagen und Klangbilder haben. Oimel Larcher (b., Ex-BASTARDS) agiert bei den Tiefton behafteten Stücken wie dem bluesigen „Whiskey Wonderland“, wobei Wolter (git.) seine Stärken bei den eher rotzigen Stücken wie dem THUNDERHEAD-Cover „Take It To The Highway“ ausspielt. Vielleicht sollte ich mich jetzt mal langsam an die beiden CD’s („Nitrogods“ 2012 und „Rats And Rumours“ 2014) wagen, bevor im Mai 2017 das dritte Album erscheinen wird. Meine THUNDERHEAD-Bildungslücke hatte ich vor dem heutigen Auftritt ja bereits schon auf einer CD-Börse geschlossen. Danke Jungs für 65 Minuten perfekte Unterhaltung und das freundliche Aftershow-Wiedersehen am Merchandise!



Der Abschluss des Konzert- und Lemmy-Gedächtnisabends bildeten KILMISTER, eine MOTÖRHEAD Tribute Band aus der Schweiz. Wie man unschwer schon während der Show von den NITROGODS im Publikum ausmachen konnte, befand sich im selbigen der hünenhafte Sänger dieser Band, der von weitem etwas an die heute zu huldigende Frontwarze erinnerte. Als Backline hatte man, ganz MOTÖRHEAD üblich, eine Wand aus 10 Marshall und zwei weiteren Cabinetts incl. diversen Marshall Amps platziert. Warum auch immer, leider schaffte es das Trio in der ersten halben Stunde nicht, den Funken ins Publikum überspringen zu lassen. Ob es am fast schon hyperaktiv agierenden Gitarristen lag, der weder Rast noch Ruhe kannte und ständig in Bewegung war oder dem am Anfang eher unpopulärerem Songmaterial, vermag ich nicht einzuschätzen. Im Großen und Ganzen ging der Auftritt bis dahin aber in Ordnung. Da ich zwischen den Jahren zur arbeitenden Bevölkerung zählte, war nach eben dieser ½ Stunde für mich Schluss. Verpasst habe ich wohl ein Stelldichein von Henny Wolter beim Song „Just Cos You Got The Power“ sowie ein ebenfalls ansprechendes Lichtspektakel (der Lichttechniker verdiente an diesem Abend echt mal einen extra Applaus) und ein Akustikset, an dem sogar der Drummer eine Klampfe in seine Hände genommen hat.

Als Abschluss soll ich noch einen Gruß vom Norbert (Veranstalter) ausrichten. Es fehlten mal wieder die benötigten 50 Couchpotatoes, die den Abend zu einem rundum gelungenen Event gemacht hätten.
Wie es in Zukunft mit den Events der HHFO weitergehen wird bleibt abzuwarten. Weitere Konzerte für 2017 sind terminiert und Tickets hierfür bereits im VVK erhältlich. Infos dazu findet man auf den Internetpräsenzen der Hard’n’Heavy Freunde Offenbach.