Konzert vom 20.01.17
Support: LANCER, GLORYHAMMER

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LANCER

Gerufen hatten HAMMERFALL ihre „Templars of Langen“, um auf der „Built To Tour 2017“ mit ihren Getreuen das 20-jährige Bandbestehen, das Erscheinen der aktuellen und jetzt schon 10. Studioeinspielung „Built To Last“ und nebenbei auch Oskar Dronjak’s 45. Geburtstag zu feiern.


Wie nicht anders zu erwarten, wurde der Abend zu einem rauschenden Fest für die Fans der Schweden. Hymne über Hymne, deren Refrains, einprägsamen Gesangslinien und Ohrwurm-Melodien man sich nicht entziehen kann, da sie einfach zum Mitsingen geschaffen sind. Und wenn der Funke des teilweise dreistimmigen Chorgesangs, neben Joacim Cans’ wieder einmal erstklassischer Gesangsleistung über sprang, stieg das durch GLORYHAMMER mächtig angeheizte Publikum gleich lautstark mit ein. Das waren schon erhabene Momente, als „Let The Hammer Fall“ oder Oscar’s Geburtstagsständchen aus 1650 Kehlen durch die Halle geschmettert wurde. Bei den vier neuen Stücken, die in die Setlist eingebaut wurden, lag man im Soll und hatte auch die konzertkompatibelsten Highlights des neuen Silberlings am Start, dessen Frontcover mit dem aktuellen Bühnenbild einher ging und das im Vergleich zu den früheren Bühnenaufbauten diesmal fast schon als schlicht bezeichnet werden könnte.


Das war hier in Langen – in Langen Herr Cans und nicht in Frankfurt oder Frankfurt/Langen – eine perfekte Mannschaftsleistung, die durch einen glasklaren und angenehm druckvollen Sound zu einem wahren Ohrenschmaus wurde.



Wie auch schon in den vergangen Jahren hatte man bei den Supportbands der Tour das eine oder andere Highlight mit am Start. Ok, mit LANCER, deren musikalische Vorbilder in den Reihen von Bands wie HELLOWEEN oder EDGUY auszumachen sind, hatte man eine schwedische Newcomer Band am Start, der ich schnell durch den permanenten Doublebass und den durchweg hohen Gesang überdrüssig wurde. Meine Aufmerksamkeit in Richtung Bühnengeschehen und musikalischem Interesse an dem Quintett erlahmte über die 30-minütige Spielzeit mehr und mehr, was zum Teil auch am wirklich unterirdischen Sound gelegen haben dürfte.



Bei GLORYHAMMER war das, zumindest aus meiner Sicht, nicht wirklich anders. Hier und da bin ich mir sicher, bläst mir von der zahlreich in Langen anwesenden Fanbase, die unschwer an diversen Bandshirts, Plastik- und Leuchtschwertern auszumachen war, eine steife Brise entgegen. Während des 45-minütigen Gemetzels (bezogen auf die Bühnenchoreographie) war bei weiten Teilen der wirklich da schon gut gefüllten Halle reichlich Leben in den Reihen des Publikums auszumachen. Der 5er aus Österreich räumte hier mit seinem heroisch geprägten Power Metal mächtig ab. Der Zusammenhang der unterschiedlichen Kostüme der Protagonisten hat sich mir bis heute nicht erschlossen, auch bin ich mir nicht sicher, ob die Jungs auf der Suche nach dem heiligen Gral oder neuen Galaxien ihr Ziel erreicht haben. Ich für meinen Teil konnte mir bei einem kühlen Gerstensaft deren Treiben entspannt, und das ein oder andere Mal auch schmunzelnd, auf mich wirken lassen. Allerdings muss ich hier noch eine negative Randbemerkung anführen. Jeder sucht seine Nische zum Erfolg – keine Frage. Es geht aber nicht an, dass man sein Publikum mit „noch ein Bier“ Sprechchören animiert. Auch wenn man musikalisch nah an der Mucke von SABATON agiert, sowas sollte dem Original vorbehalten bleiben, auch wenn die sich mittlerweile von ihrem Bierimage loslösen wollen.

Setlist HAMMERFALL:
Hector’s Hymn
Riders Of The Storm
Bring It!
Blood Bound
Any Means Necessary
Renegade
Dethrone And Defy
Crimson Thunder
Last Man Standing
Let The Hammer Fall
Built To Last
Medley To The Brave (Stone Cold, Steel Meets Steel u. a.)
The Dragon Lies Bleeding
Glory To The Brave
Origins
Punish And Enslave
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Hammer High
Bushido
Hearts On Fire

Fotos by Denis Hedzet (Way Up Magazine)