Konzert vom 31.01.17
Support: TWILIGHT FORCE

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Sabaton
Accept
Twilight Force

Wenn deutscher Teutonenstahl und schwedische Panzer aufeinander treffen, bedeutet das nur eins: Die Metal-Institutionen ACCEPT und SABATON sind gemeinsam on tour und lassen bereits im Vorfeld Erwartungen auf ein gewaltiges Spektakel in der Frankfurter Jahrhunderthalle aufkommen.


Mit großer Spielfreude und guter Laune stimmen zunächst die Schweden von TWILIGHT FORCE das Frankfurter Publikum auf einen phänomenalen Abend ein. Die sechsköpfige Truppe aus dem hohen Norden, die in mittelalterlich anmutende Fantasy-Gewänder eingemummt und teilweise mit spitzen Elfenohren ausgestattet ist, erzählt in ihren Liedern von mystischen Sagenwelten. Musikalisch im Fahrwasser von RHAPSODY OF FIRE oder GLORYHAMMER schwimmend erfüllen sie ihre Aufgabe als Opener ordentlich und stehen bereits kurz nach ihrem halbstündigen Auftritt zahlreichen Fans am Merch-Stand für Fotos und Autogramme zur Verfügung.


Zeit für den Special Guest: ACCEPT, die Metal-Veteranen, donnern mit „Stampede“ los und geben mir zum wiederholten Male die Bestätigung dafür, weshalb ich seit mehr als 35 Jahren Metal höre. Was hier in der folgenden Stunde geboten wird demonstriert, welch eine Macht und Ausstrahlung diese Band hat. Allein die Setlist spricht für sich; mit der getroffenen Auswahl an neueren Songs und altem Material trifft sie genau den Nerv der Fans. „Stalingrad“, „Teutonic Terror“, „Princess Of The Dawn“ (aus über viertausend Kehlen mitgesungen) oder „Metal Heart“ – das sind die Songs, die man hören will und keine Verschnaufpause zulassen. Nacken rotieren, Haare werden geschüttelt, Fäuste in die Luft gereckt, und mit einem brachialen Finale der Saitenfraktion beschließt „Balls To The Wall“ mein persönliches Highlight des heutigen Abends. Was ein Brett!


Auch wenn SABATON ihre derzeitige Tour mit „The Last Tour“ betitelt haben, so dürfte niemand dieser Aussage im wörtlichen Sinne Glauben schenken; bei dem Erfolgskurs, auf dem die schwedischen Tarnhosenträger marschieren. Und so begrüßt ein laut jubelndes Heer von Anhängern seine Heroen, die unter Explosionen und Feuersäulen mit „Ghost Division“ den Metal-Sturm auf die Jahrhunderthalle eröffnen. Spätestens jetzt hat sich bereits jeder ergeben. Visuelle Einspieler auf einer großen Leinwand hinter dem auf der stattlichen Panzer-Attrappe thronenden Schlagzeug unterstützen das Treiben auf der Bühne, denn auch das Auge kommt nicht zu kurz. So erscheinen zu „Sparta“ sogar vier griechische Krieger mit Schild und Speer, um kleine Kampfszenen darzustellen. Frontmann und Entertainer Joakim präsentiert sich unterhaltsam wie immer, erinnert sich an sein erstes Konzert im Rhein-Main-Gebiet in Langen vor 11 Jahren und führt Gitarren-Neuzugang Tommy Johansson sodann in die speziellen Gepflogenheiten der „crazy Germans“ ein, der seine Feuertaufe bezüglich des deutsch-sabatonischen Nationalgetränks dann auch tapfer besteht. Und so bleibt es nicht bei einem geexten Bier allein. Die kraftvolle Song-Palette reicht von dem mit Pipes unterlegten „Blood of Bannockburn“ über das dynamische „Carolus Rex“ zu den Hämmern wie „Resist and Bite“ oder dem Nackenbrecher „Night Witches“ und schließt der Deutschen liebste Hymne „Noch ein Bier“ (kennt eigentlich noch jemand den Original-Titel?) natürlich mit ein. Doch es gibt auch Platz für leise Emotionen an diesem Abend. Gefühlvoll und einfühlsam wird eine Akustik-Version von „The Final Solution“ dargeboten. Ein bewegender Moment des Innehaltens, der kurz Gelegenheit zum Nachdenken gibt. Nach 80 Minuten ertönt schließlich die erste von drei Zugaben. „Primo Victoria“ als die leider einzig verbliebene Reliquie der Anfangstage lässt die Menge noch mal springen. Souverän, routiniert und mit jeder Menge Pyros haben die Schweden das begeisterte Frankfurter Publikum „To Hell and Back“ geführt. Wieder eine Schlacht gewonnen!

Setlist SABATON:
Ghost Division
Sparta
Blood of Bannockburn
Swedish Pagans
The Last Stand
Carolus Rex
Union (Slopes of St. Benedict)
Diary of an Unknown Soldier
The Lost Battalion
Noch ein Bier (Gott mit uns)
Dominium Maris Baltici
The Lion From The North
The Final Solution (acoustic)
Resist And Bite
Night Witches
Winged Hussars
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Primo Victoria
Shiroyama
To Hell And Back