Konzert vom 09.04.17
Support: CRYSTAL VIPER, THOBBE ENGLUND, REXORIA

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AUSVERKAUFT prangt in großen Lettern über der Markthalle und vor der Location blüht der Schwarzmarkt. Ok, die großen Lettern sind eigentlich ein Blatt Papier, Größe DIN A4 und auf dem Bürgersteig steht genau eine Nase und möchte noch zwei Tickets loswerden aber das das heutige Konzert von BLOODBOUND, CRYSTAL VIPER, THOBBE ENGLUND und REXORIA ausverkauft ist stimmt. Eine so riesige Überraschung ist das aber auch nicht, da die Bands heute nicht im großen Saal spielen, sondern im 250 Besucher fassenden Marx und das wird bei diesem Package natürlich locker voll.

Eingeläutet wird der Abend von den Schweden REXORIA, die bereits um 19.00 Uhr auf die Bühne müssen, dafür aber schon recht viele Leute vor die selbige ziehen. Blickfang bei dem Quartett, das ohne Bassisten auskommt ist ohne Zweifel Sängerin FRIDA OHLIN, die mit einer wahren Rockröhre ausgestattet ist und auch ansonsten ordentlich Stimmung macht.
Da heute das letzte Konzert der Tour ansteht, dürfen natürlich auch die üblichen kleinen Streiche, die sich die Bands gegenseitig spielen nicht fehlen und so kommen die anderen Musiker auch für einen Song auf die Bühne, um REXORIA kurzzeitig aus dem Konzept zu bringen.

Die Umbaupause gestaltet sich dann sehr kurz und nach nur 15 Minuten startet THOBBE ENGLUND um 19.45 Uhr zum Pink Panther Theme als Intro seinen Gig. Hier wurden die Mikroständer liebevoll mit alten Socken dekoriert und auch REXORIA und CRYSTAL VIPER lassen es sich nicht nehmen auf die Bühne zu kommen und mit ENGLUND zusammen einen Song zu spielen. Hierbei stellt der Drummer von CRYSTAL VIPER seine profunden Schwedischkenntnisse unter Beweis und bemüht sich den Text von „Trägen Vinner“ halbwegs fehlerfrei von einem Zettel abzulesen.
Ansonsten genießt es der Gitarrist und jetzt auch Sänger im Mittelpunkt zu stehen und das dürfte auch einer der Gründe für seinen Ausstieg bei SABATON gewesen sein. Hier muss er zwar wesentlich kleinere Brötchen backen aber er steht im Fokus und daran hat er sichtlich Spaß. Den Fans gefällt es ebenso und die zahlreichen Träger von SABATON-Shirts sind wohl nicht zuletzt wegen ihm hier. Einen Song seiner alten Band ins Programm zu nehmen verbietet sich allerdings von selbst und diese billige Stimmungsmache hat er auch gar nicht nötig. Mit seinem klassischen Metal hat er genug Potenzial um für sich selbst zu stehen und mit den erhältlichen „Thobbe Who?“-Shirts beweist er zudem, dass er auch über sich selbst lachen kann.

Nach einer weiteren sehr überschaubaren Umbaupause sind dann mit CRYSTAL VIPER die einzigen Nichtschweden des Abends dran. Auch musikalisch fallen die Polen heute etwas aus dem Rahmen, sind sie doch die härteste Band und spielen reinen Power Metal, der aber dennoch oder vielleicht gerade deswegen sehr gut ankommt. Leider hat man aus den hinteren Reihen das vom Kollegen Mike Langer in seinem Review schon beschriebene Problem, MARTA GABRIEL hinter ihrem extragroßen Mikro kaum ausmachen zu können. Auch die FFM-Rock-Fotografin ist hiervon eher wenig angetan. Der Stimmung tut das aber keinen Abbruch und so bringt man hier knapp 70 Minuten die Matten zum Kreisen, wobei für mich „Gladitor (Die By The Blade)“ und „Metal Nation“ die Highlights waren. Ach ja, natürlich blieben auch CRYSTAL VIPER der Bühnenbesuch der Kollegen nicht erspart, die Schilder mit der Aufschrift „Dragon Sandwiches“ in die Höhe hielten. Eine nette Anspielung auf das letzte Album „Dragons And Witches“.

Setlist:
The Witch Is Back
Night Prowler
Night of the Sin
Witch's Mark
When the Sun Goes Down
Flames and Blood
The Greed Is Blind
I Fear No Evil
Gladiator (Die By the Blade)
The Last Axeman
Metal Nation
See You In Hell

BLOODBOUND spalten, ähnlich wie SABATON, die Metalgemeinde. Den einen ist es nicht Metal genug und die anderen feiern die eingängigen Nummern ab. Bei Livekonzerten tritt diese Konstellation natürlich in den Hintergrund, denn hier sind fast ausschließlich Fans der Band am Start, die für ordentliche Stimmung sorgen. Zu Beginn des Konzerts wird aber erstmal wieder ein bisschen Unsinn getrieben und die Mikroständer mit Brezeln behängt, sowie die Becken des Schlagzeugs mit Wurstscheiben dekoriert. Als Intro gibt es dazu heute ausnahmsweise „Schnappi – das kleine Krokodil“ zu hören.
Die Band nimmt es mit Humor und verteilt die Brezeln ans Publikum bevor man dann mit „Iron Throne“ und „War Of Dragons“ in ihren Set einsteigen. Wie der Kollege Langer schon schrieb, gibt es auch heute einige temporäre Änderungen im Line Up, die sich aber kaum auf die Performance auswirken. Das ist ganz sicher auch der Tatsache geschuldet, das sich der technische Anspruch an die Musiker in Grenzen hält. Den Anhängern vor der Bühne ist das völlig egal, sie feiern die Schweden gut 80 Minuten lang, so dass am Ende klar ist, das BLOODBOUND der verdiente Headliner des Abends sind.

Setlist:
Iron Throne
War of Dragons
Stand and Fight
In the Name of Metal
Satanic Panic
Stormborn
When All Lights Fail
Moria
Battle in the Sky
Fallen Heroes
Nightmares From the Grave
Silver Wings
Metalheads Unite
Dragons Are Forever
Nosferatu

Fazit: Eigentlich sind vier Bands für einen Abend zu viel aber dieses Paket hatte kaum Schwachpunkte und daher gab es auch nicht wirklich etwas zu meckern. So war es ein rundum gelungener Abend mit überzeugenden Bands.