Festival vom 05.05 - 06.05.17
Bands: LIZZIES, ATTIC, SIC ZONE, LONEWOLF, SPITEFUEL u.a.

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A CHANCE FOR METAL

Habe ich mich zur letztjährigen Jubiläumsveranstaltung noch vor dem langen Weg gedrückt, so nehme ich dieses Mal die ca. sieben Stunden Fahrt auf mich und besuche mein erstes A Chance For Metal Festival im beschaulichen Andernach.

Freitag, 05.05.

Pünktlich um 15.10 trifft mein Zug ein und fünf Minuten später stehe ich schon an der Rezeption meines Hotels. Ja, ein Hotel ist nicht true aber im Zug 10 Kilo Campinggepäck mitschleppen auch nicht und nachts im Bett schlafen hat was für sich.

Kurz vor 17.00 Uhr holt mich der Kollege MIKE LANGER dann ab und wir begeben uns zum nur ca. 1 km entfernten Jugendzentrum. Dort werden wir zügig mit Festivalbändchen versorgt, die auch Zugang zum Backstagebereich bzw. dem Catering bieten.
Ich mag es, wenn der Kollege den Veranstalter schon seit Ewigkeiten kennt.

Um 18.30 Uhr startet dann mit DAWN AHEAD das musikalische Programm. Die Location ist natürlich noch sehr übersichtlich gefüllt aber die Anwesenden haben mit dem kraftvollen Metal des Quintetts ihren Spaß und so sind 30 Minuten Spielzeit auch schnell wieder vorbei.



RUMP FED RONYON spielen harten Metal mit Core-Elementen und das veranlasst den Sänger immer wieder die Leute vor der Bühne zu einem Moshpit aufzufordern. Das klappt allerdings bei den paar Anwesenden nicht sonderlich gut aber immerhin finden sich einige, die sich ein bisschen durch die Gegend schupsen. Stimmungsmäßig besser als nichts.

Die ersten zarten Sprechchöre des Tages ernten HORNADO. Mit ihrem 80er Metal ernten die Bonner wohlwollende Reaktionen, haben aber wohl auch einen kleinen Fanclub dabei, der für Stimmung sorgt.

BLIZZEN habe ich leider nicht gesehen, sie sollen aber laut Augenzeugenberichten einen ordentlichen Gig abgeliefert haben.



Was dann kommt ist nur schwer in Worte zu fassen. Ich stehe nicht im Verdacht großer Fan der Musik von SIC ZONE zu sein aber was die Jungs live abliefern ist ganz großes Kino. Da holt man sich zwei Mädels zur Unterstützung, die sich dann unter der Zugabe von Kunstblut die ebenso künstlichen Innereien rausnehmen, bringt gefühlte zwanzig Trommler auf die Bühne, die SEPULTURAs „Roots“ zur Ehre gereichen und bittet zum krönenden Abschluss zehn Fans auf die Bühne zum Mitfeiern. Daraus werden dann schnell dreißig, so dass die Bühne im Chaos versinkt.
Dass die Mischung aus Death und Thrash Metal eigentlich nicht meine Richtung ist, wird da komplett zur Nebensache.



Das ATTIC diese Vorstellung kaum würden toppen können war klar und auch die massiven Soundprobleme beim Soundcheck vor dem Auftritt sind nicht gerade förderlich für die Stimmung in der leerer gewordenen Halle. Die Jungs mühen sich dann zwar redlich und musikalisch gibt es kaum etwas auszusetzen aber richtig überspringen will der Funke nicht und so müssen sich ATTIC mit einem durchwachsenen Gig zufrieden geben.

Samstag, 06.05.

Nach einer Nacht in einem sehr bequemen Bett und einem reichhaltigen Frühstück bleibt sogar Zeit für einen kurzen Abstecher nach Köln und man ist trotzdem leicht um 15.00 Uhr wieder vor der Bühne um sich einen Eindruck von ANDI THE WICKED zu verschaffen.
So ganz erschließt sich mir der Sinn allerdings nicht, als Gitarrist zum Playback eine halbe Stunde Instrumentalstücke zu präsentieren. Spielen kann er, keine Frage aber ansonsten ist das jetzt nichts, was ich mir länger ansehen würde.



Während drinnen RESISTOR ihr Bestes geben, treffen wir im Backstagebereich SPITEFUEL. Die Jungs aus Heilbronn entpuppen sich als äußerst sympathischer Haufen und wenn man sich wenig später ihre Performance ansieht, dann weiß man, warum die Band z. Zt. als nächstes großes Ding gehandelt wird. Sie haben riesigen Spaß an dem was sie machen und das kommt von der Bühne auch beim Publikum an und so ernten sie begeisterte Reaktionen und zählen mit Sicherheit zu den Gewinnern des Wochenendes.

Die nächste Gruppe auf meiner persönlichen „Will ich sehen-Liste“ sind IRON KOBRA. Im Underground hat man sich inzwischen einen recht großen Status erarbeitet und so war ich gespannt, was die Truppe live bringen würde. Allerdings haben sie heute wohl nicht ihren besten Tag, denn leider bekommen sie ihre sehr gute Musik nicht 1 zu 1 auf die Bühne. Zumindest ich werde mit dem Auftritt nicht so recht warm und stimmungsmäßig kommt man an SPITEFUEL nicht heran. Hier zeigt sich der Unterschied zwischen Studio und Liveperformance doch recht deutlich, schade.



LONEWOLF werden vom Kollegen als französische RUNNING WILD bezeichnet und dem kann man bereits nach dem ersten optischen Eindruck nicht widersprechen. Allerdings sprechen wir hier von den ersten zwei Alben, nicht dass jemand auf die Idee kommt, die Band stände hier im Piratenoutfit auf der Bühne. Der Platz vor der derselben ist gut gefüllt und die Mehrzahl des Publikums scheint mit dem Material der Band bestens vertraut und so ist es ein Leichtes hier für ordentliche Stimmung zu sorgen. 55 Minuten Spielzeit sind dann auch schnell vorbei und LONEWOLF können sich als einer der Gewinner des Wochenendes fühlen.



Zu guter Letzt  gibt es dann geballte Girlpower aus Spanien. Obwohl die LIZZIES neuerdings einen Schlagzeuger an Bord haben, richtet sich das Hauptaugenmerk doch auf die drei Mädels am Bühnenrand, die mit großer Spielfreude keine Mühe haben, das Publikum nochmal in Schwung zu bringen. Vor dem Auftritt erzählt mir Bassistin MARINA noch, das Sängerin ELENA und Gitarristin PATRICIA ein bisschen nervös sind aber davon ist während des Auftritts nichts zu merken. Die Band agiert sympathisch wie immer und ihr eingängiger Heavy Rock ist der perfekte  Rausschmeißer für ein perfektes Festival.

Fazit: Ein rundum gelungenes Wochenende, das lediglich Samstagnacht ein paar Regentropfen verkraften musste. Die musikalischen Gewinner dieses Wochenendes waren für mich SIC ZONE, SPITEFUEL, LONEWOLF und die LIZZIES.

Des Weiteren möchte sich der Schreiber dieser Zeilen beim Veranstalter und der gesamten Crew bedanken. Selten habe ich ein so gut organisiertes Festival erlebt und so fällt mir die Entscheidung leicht und ich werde auch im nächsten Jahr die weite Anreise wieder auf mich nehmen um dabei zu sein wenn es heißt: „Ohne Metal macht es keinen Spass… und auch keinen Sinn!“



Fotos vom Festival gibt es >hier<