Konzert vom 10.06.17
Support: IBRIDOMA

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DOOGIE WHITE
IBRIDOMA

Trotz starker Konkurrenz durch super Sommerwetter und einigen Open Airs schaffte es DOOGIE WHITE, die Stimme von (aktuell): MICHAEL SCHENKER’S TEMPLE OF ROCK, LA PAZ, DEMONS EYE und (inaktuell) RITCHIE BLACKMORE’S RAINBOW, YNGWIE MALMSTEEN’S RISING FORCE, CORNERSTONE, TANK, EMPIRE immerhin gut 100 Interessierte in den 7er Live Club nach Mannheim zu locken. Für solch einen Ausnahmesänger eigentlich zu wenig, aber dieses Problem kennen wir ja bereits….
 

Auf dieser Kurztour mit nur drei Auftritten in Deutschland eröffneten die Abende die Italiener IBRIDOMA. Das Quintett erinnerte nicht nur optisch an einen Streifzug durch viele Genres. Ihre 30-minütige Spielzeit begannen die Jungs auch recht verheißungsvoll und lockten doch fast alle Anwesenden erst einmal vom Biergarten in den Club. Leider spielten sie auf Dauer jene Interessierten auch recht schnell wieder nach draußen, denn ihre doch sehr gewöhnungsbedürftige Ausarbeitung ihrer Stücke war nicht jedermanns Sache. Musikalisch lag das Material zwischen NWOBHM bis hin zum Cross Over – einige bezeichnen dies heute wohl als Modern Metal. Die Band präsentierte sich optisch zudem nicht wirklich als Einheit (oder doch?). Jeder Musiker machte da optisch „sein eigenes Ding“ – ganz kreuz und quer eben. Auch die Stimme des Sängers war durch ein Vibrato im Mikro so stark verändert, dass es sich mehrfach wie eine Art von Gequake anhörte. An dieser Stelle möchte ich als Abschluss meiner Beschreibung zu diesem Auftritt einen Ausspruch eines anwesenden Musikers zitieren, der es mit seinem Kommentar zu dieser Performance auf den Punkt brachte: „Wenn man etwas nicht versteht, muss es Kunst sein!“. Auch wenn das hier nicht mein Ding war, gab es einige, denen die Show gefallen hat. Und JA, ich habe mir am Merchstand bei der Band auch eine aktuelle CD „December“ für 5 € (!!!) gekauft, denn der Song „Sniper“ hatte Klasse.

Doogie White, oder richtig DOOGIE WHITE & THE WHITE NOISES, wie seine Solo-Band jetzt heißt und die man mit dieser Tour einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen versuchte, präsentierte am heutigen Abend nur Stücke, die er bei den eingangs aufgezählten Bands auch selbst (ein)gesungen hat. „The Temple Of The King” von RAINBOW in der Zugabe bildete da die Ausnahme, denn der Song wurde als Hommage an die verstorbenen RONNIE JAMES DIO, COZY POWELL und JON LORD gespielt und ging mächtig unter die Haut. Eins muss man dem Schotten und seinen drei italienischen Begleitmusikern, die u. a. auch schon für ULI JON ROTH oder VINNIE MOORE tätig waren, lassen: Sie spielten in Mannheim als Einheit auf und das schon nach der zweiten gemeinsamen Show, wie ihr Promoter mir nach dem Auftritt zusteckte. Ebenfalls hervorzuheben ist die Gestaltung des Auftrittes an sich. Ein spartanischer Bühnenaufbau, kein Schnickschnack an Technik und nahezu zu jedem Song eine kurze Anekdote. Das lockerte auf und schuf eine Art von familiärer Nähe. Dem sympathischen Frontmann schien es auch egal zu sein, dass der Laden nicht voll war. Er rockte was das Zeug hielt und brachte mir hierbei sogar seine ehemalige Band TANK näher (grandios hierbei gesungen „Judgement Day”), die ich bis dato nur vom Namen her kannte. Überrascht hat mich, dass kein LA PAZ Stück auf der Setlist stand und die MALMSTEEN Ära auch komplett außen vor blieb. Zudem fielen für mich die beiden DEMON’S EYE Nummern in die Rubrik „Verzichtbar“. Positiv überrascht hat mich allerdings „Manic Messiah“ von EMPIRE, das nicht nur wegen der Anwesenheit vom Verfasser Rolf Munkes gespielt wurde, sondern fest zum Live-Set gehört. Neben den beiden SCHENKER-Live-Raketen, allen voran die Party-Nr. „Lord Of The Lost And Lonely“, freute ich mich auf die beiden CORNERSTONE Titel. A dream come true … Schön, dass ich so noch einmal zu „Wounded Land“ und „Singing Alone“ (akustisch) kam. Hammer Band, Hammer Songs,  schade, dass es diese Kombo nicht mehr gibt.
Tja, und wie bereits beschrieben, hatte es die Zugabe in sich. Erst Gänsehaut, dann feuchte Augen. Auch eine Art, sich auf der Bühne zu verabschieden und fast unbemerkt ins Publikum für Autogramme und Fotos zu mischen.
Wer auf einen Einkauf am Merchandise als Erinnerung gebaut hatte, der lag hier allerdings fehl. Nichts, rein gar nichts wurde mit Bezug auf DOOGIE WHITE angeboten. Naja, vielleicht beim nächsten Mal dann. Eine Fortsetzung der DOOGIE WHITE & THE WHITE NOISES Auftritte ist jedenfalls angedacht!

Setlist DOOGIE WHITE:
Road To Glory (Demon's Eye Song)
Too Late For Tears (Rainbow Song)
Judgement Day (Tank Song)
Before The Devil Knows You're Dead (Michael Schenker's Temple Of Rock Song)
Manic Messiah (Empire Song)
Cold Hearted Woman (Rainbow Song)
Feast Of The Devil (Tank Song)
Wounded Land (Cornerstone Song)
Ariel (Rainbow Song)
Lord Of The Lost And Lonely (Michael Schenker's Temple of Rock Song)
Great Expectations (Tank Song)
Five Knuckle Shuffle (Demon's Eye Song)
Black Masquerade (Rainbow Song)
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Singing Alone (Cornerstone Song)
The Temple Of The King (Rainbow Song)