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HOURGLASS - Oblivious To The Obvious Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 1
SchlechtSehr gut 
CD-Reviews
Geschrieben von Thorsten Dieterle   
25.04.2009

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VÖ: bereits erschienen
(Eigenproduktion)


Homepage:
www.hourglassband.com
Myspace:
www.myspace.com/progressivehourglass


Jetzt wird´s happig: Vier Jahre Arbeit liegen hinter den Amerikanern von HOURGLASS, die sie in das monumentale Werk "Oblivious To The Obvious" investiert haben. Das Ergebnis ist ein Doppelalbum mit geballten 140 (!) Minuten progressiver Rockmusik. Für ein derart oppulentes fünf Gängemenü muss man sich als Hörer schon Urlaub nehmen, um es richtiggehend zu verdauen. Verständlicherweise ist es auch für einen Rezensenten eigentlich unmöglich, gefühlte drei Milliarden Töne und Takte mal so eben zu bewerten. Ich versuche trotzdem, einen ungefähren Eindruck zu vermitteln: Das dritte Album von Gitarrist BRICK WILLIAMS, Drumer JOHN DUNSTON, Bassist ERIC BLOOD, Keyboarder JERRY STENQUIST und Sänger MICHAEL TURNER ist mal abgesehen von der Überlänge des Albums auch deshalb schwer zu beschreiben, da es die Band wie kaum eine andere schafft, so viele verschiedene Einflüsse und Stile unter eine Albumhaube zu packen. Mal abgesehen von brutalen Knüppelrichtungen, findet sich auf "Oblivious To The Obvious" neben älterem Progmetal der Marke FATES WARNING und modernem Prog (Haupteinfluss neuere DREAM THEATER), auch zu gleichen Anteilen klassischer Progressiverock von KANSAS, RUSH oder PINK FLOYD wieder. Dies schraubt den Abwechslungsfaktor natürlich in die Höhe. Weiterhin werden die zwischen knapp sieben und dreißig minütigen Songs auch Partweise mit bombastischen Orchestrierungen aus dem Keyboard gefüllt. Die besondere Würze erhält das Mammutmahl aber durch die feinen Details, welche man wie Ausrufezeichen in die Stücke eingebaut hat. So schwenkt die Band auch mal in die Richtungen Jazz und Funk aus, was richtiges Jamfeeling aufkommen lässt, näht dezente Ambientsounds mit ein, verbreitet orientalisches Flair oder fordert beim Flamencorythmus gar zum Tanz auf. Auch balladeske und meditative Momente im FLOYD Stil werden dem Hörer kredenzt. Ich muss wohl kaum darauf hinweisen, das es sich Falle von HOURGLASS ausschließlich um technisch versierte und virtuose Musiker handelt, wobei ich aber gerade die fantastische Bassarbeit von ERIC BLOOD besonders hervorheben möchte, der mit seiner vorliegenden Leistung definitiv zur Crème de la Crème unter den Tieftönern zählt.
Insgesamt betrachtet, bietet sich "Oblivious To The Obvious" nicht nur für erfahrene Prog-Gourmets an, sondern auch für Einsteiger, die mithilfe dieser Wundertüte auf Entdeckungsreise der verschiedensten Facetten der (Rock)Musik gehen können. Erstaunlich ist letztlich auch, dass trotz der erschlagenden Länge des Doppelalbums kaum Langeweile aufkommt und sogar auf den ersten Eindruck kurzweilig wirkt. Die Eigenproduktion ist zudem gut und druckvoll ausgefallen, einzig die Gitarren tönen stellenweise zu scharf und "schrapnellig". Auch wenn Anspieltipps bei einem solchen Werk eigentlich nicht nützlich sind, würde ich doch das orientalisch angehauchte "PawnII" oder einen der beiden längsten Songs ("38th Floor" / "Oblivious To The Obvious") auswählen. Also: Viel Zeit nehmen und Wohl bekomms!
 
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