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Interviews
Geschrieben von Jochen Strubel   
15.06.2010

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Interviewpartner: Vangard (Vocals, Guitar)

Homepage:
www.myspace.com/truppensturm

FFM-Rock:
Exzellent, nach eurem 2007‘er Album "Fields of Devastation" gibt es nun mit "Salute To The Iron Emperors" 3 Jahre später endlich einen weiteren, brutalen Schlag von euch. Was ist in den drei Jahren zwischen den Releases so alles gelaufen ?


Vangard:
Erst einmal ein nettes "Hallo" von mir – und ein "Vielen Dank" für Eurer Interesse an TRUPPENSTURM!!
Nun – wenn man es genau nimmt, waren es 2 ½ Jahre zwischen den beiden Veröffentlichungen – und als Band haben wir in dieser Zeit gerade mal knapp über 10 Konzerte gespielt – dafür aber nahezu regelmäßig einmal pro Woche geprobt und an den neuen Liedern gearbeitet.

FFM-Rock:
Vielen ist TRUPPENSTURM noch nicht so geläufig und ihr hatte vor geraumer Zeit auch einen Namenswechsel vollzogen. Am Besten, wenn du mal etwas über die Entstehung von der Band erzählen könntest!


Vangard:
Ich habe das Soloprojekt STURMTRUPPEN 1996 ohne ernsthafte Ambitionen gegründet und es anfangs ausschließlich als Zeitvertreib und Ideenpool für mich genutzt. Immer wenn ich gerade mal keine aktive Band zur Hand hatte, habe ich die Zeit genutzt um etwas unter dem Banner STURMTRUPPEN aufzunehmen. So kam es, daß ich 1997 und 2000 jeweils ein Demo aufgenommen habe, welches eigentlich nur an Bekannte und Freunde verteilt wurde. Als ich 2005 plötzlich wieder Lust und Laune dazu hatte, ein paar Lieder selber einzuspielen, stolperte ich über eine gleichlautende Band aus der rechten Szene. Ohne groß drüber nachzudenken, habe ich den Namen STURMTRUPPEN daher einfach in TRUPPENSTURM gedreht und ca. 10 Kopien der Aufnahme für Freunde angefertigt. Damit war die ganze Sache für mich eigentlich wieder gelaufen und STURMTRUPPEN/TRUPPENSTURM war im Grunde schon längst wieder auf Eis gelegt. Sveinn von Van-Records wollte die Aufnahme allerdings unbedingt über sein gerade gegründetes Label VAN-RECORDS als EP veröffentlichen. Die EP war schließlich schon ein ganzes Jahr lang veröffentlicht, als ich plötzlich ein Konzertangebot bekam, das ich nicht ablehnen konnte. Kurzerhand habe ich Meilenwald und Weigand gefragt, ob sie mir live aushelfen können. Beide willigten sofort ein. Dies war im Grunde die Geburtsstunde der heutigen TRUPPENSTURM.

FFM-Rock:
Wie schon im Review erwähnt, der Sound ist extrem roh und brutal, ist mein Vergleich zu Hellhammer treffend oder würdet ihr das eher anders bezeichnen ?


Vangard:
Naja – der Vergleich zu Hellhammer hinkt ein wenig. Zwischen den beiden Bands liegen fast 30 Jahre.
Das sind völlig andere Welten. HELLHAMMER haben damals etwas erschaffen, was es bis dahin kaum gegeben hat. Der Sound von "Salute To The Iron Emperors" war in seiner Form gewollt und wir haben Gnarl von GRAUPEL und VERDUNKELN, der das Album schließlich abgemischt hat, regelrecht dazu gezwungen unseren Anweisungen Folge zu leisten. Ich denke, wir haben uns in Sachen Sound eher so etwas wie Death Metal - Anfang der 90er gewünscht, was Gnarl dann auch ganz gut hin bekommen hat.

FFM-Rock:
Endstille mussten sich anfangs gegen die Zuordnung zur rechten Szene wehren, bei Varg läuft auch gerade eine Hetz Kampagne gegen die Band und ich denke bei euch dürfte das auch nicht anders sein. Kannst du klare und deutliche Worte gegen diese Vorurteile an die Leute da draußen richten ?


Vangard:
Endstille sind Pioniere in meinen Augen, da sie trotz anfänglichem Druck nicht von Ihrer Linie gewichen sind und der martialischen Thematik und Darstellung treu geblieben sind. Zu Varg kann und möchte ich nichts sagen, da ich diese Band bis gerade nicht kannte. Vorurteile sind wenig reflektierte Meinungen zu einem Thema – daher rate ich jedem, der ein Vorurteil in seiner Meinung entdeckt, erst einmal dazu, sich mit der Thematik zu beschäftigen, bevor er diese öffentlich äußert – andernfalls macht man sich nur selbst angreifbar und lächerlich. Metal war in seiner extremen Form in Sachen Brutalität, Obszönität, Menschenverachtung, Blasphemie und Krankheit in Form vieler großartiger Bands gerade zu perfektionistisch! Ich darf als Künstler im Death Metal aus der Sicht eines Serienmörders erzählen – im Black Metal alle Christen abschlachten – aber bloß nicht das Wort "Panzer" in den Mund nehmen. Ich liebe die extremsten Formen von Metal, weil sie auf der ewigen Suche nach der ultimativen und perfekten Brutalität ist. Ich persönlich empfinde den Krieg zwischen Menschen im Allgemeinen, mit seiner organisierten Grausamkeit, als perfekteste Thematik für extreme Musik überhaupt.

Wenn ich politisch aktiv sein wollte, wäre ich einer Partei beigetreten – da ich aber Interesse daran hatte, eine der extremsten Formen von Metal zu spielen, habe ich eine Band gegründet und versuche stets diese Kunst zu perfektionieren.

FFM-Rock:
Erzähl doch mal ein wenig über die Texte, sind dies eher kriegerische Themen allgemein oder beziehen sich eure Texte auf eine spezielle Schlacht an sich ?


Vangard:
Ca. 50% der Texte sind martialischer Natur und der Rest ein zusammengeworfener Haufen verschiedener Themen. Liegt ein wenig daran, daß inzwischen alle in der Band Ihre Texte beisteuern. Bei mir entstehen die Texte meist aus einem Reiz heraus – dadurch, daß ich etwas interessantes oder faszinierendes gelesen habe.
Hinsichtlich der kriegerischen Themen waren dies z.B. Artikel über den Gigantismus der größten, je gebaute Kanone der Welt oder die deutsche Forschung an der Kernspaltung.

FFM-Rock:
Wie kann man TRUPPENSTURM mittlerweile sehen ? Zum 2007‘er Album war es noch eher ein Ein Mann Projekt, seid ihr nun zu einer kompletten Band gewachsen oder sind es immer noch Session Musiker, die zur Unterstützung dazu kommen ?


Vangard:
Anfangs war TRUPPENSTURM noch ein Projekt, welches mit Meilenwald und Weigand von Session Musikern unterstützt wurde. Doch schon mit den Liedern für das erste Album, haben beide sich mit Ihren Ideen eingebracht, so daß "Fields Of Devastation" im Grunde schon das Ergebnis einer Band war. Inzwischen hat sich das ganze Projekt zu einer völlig normalen Band entwickelt, in der Meilenwald und Weigand sich mit Ideen, Liedern und Texten einbringen.

FFM-Rock:
Auf dem neuen Album finden sich auch ein paar Samples wieder, aber im Gegensatz zu 2007 habt ihr die ziemlich weit zurück geschraubt, oder kommt mir das nur so vor ?


Vangard:
Wir arbeiten seit Jahren gerne mit Samples, da sie Stimmung und Atmosphäre erzeugen und Melodien unterstützen können. Auf dem zweiten Album haben wir uns ein wenig darauf konzentriert, die Samples vor die Lieder zu setzen und nicht mehr mitten in die Stücke. So konnten wir diese als Zwischenstücke auf der Bühne schließlich auch nutzen. Ich denke nicht das es weniger Samples sind – sie sind diesmal nur anders gesetzt.

FFM-Rock:
Wie ist VAN eigentlich auf euch aufmerksam geworden und haben auch schon andere Labels die Fühler nach euch ausgestreckt ?


Vangard:
Die Freundschaft zwischen Sveinn/Van-Records und den Bandmitgliedern ist älter als die Band bzw. das Label selber. So hat Sveinn z.B. früher mit Meilenwald zusammen bei NAGELFAR gespielt, eher er einige Jahre später seine Plattenfirma gründete. So stand es für uns seit je her außer Frage, mit welchem Label wir zusammen arbeiten. Mir ist nicht bekannt, daß andere Labels sich für uns interessieren. Die Frage ist auch nicht wichtig, da wir bei Sveinn die nötigen Freiheiten genießen und keinen Druck oder keine Pflicht haben. Es herrscht eine perfekte Symbiose zwischen den Bands und dem Label VAN. Wir liefern die Kunst und Sveinn die Plattform für unsere Veröffentlichungen. Das ist kein einseitiges Geschäft, bei denen Bands von einem Label ausgebeutet oder gar in andere Bahnen gelenkt werden.

FFM-Rock:
Leider hatte ich noch nicht die Gelegenheit, eurer brutal vernichtende Musik live zu erleben. Wie sieht es mit Shows oder Tour bei euch aus ?


Vangard:
Wir planen bisher keine Tour, da die Bedingungen dafür nicht gegeben sind. Als Hobbymusiker stecken wir in unserem Alltag mit Familie und Beruf. Da bleibt für unser Hobby meist nur Zeit am Wochenende – somit wird man uns auch weiterhin nur vereinzelt im Jahr live erleben dürfen.

FFM-Rock:
Seht ihr euch als reine Black Metal Band, ich meine, dass gerade bei "Sardonic Cross" ein paar klassische Thrash Parts mit einfließen !


Vangard:
Nö.. ich sehe uns eigentlich mehr als eine extreme Metal Band. Da spielen mehr Einflüsse als nur Black Metal mit.

FFM-Rock:
Wie sind eigentlich die Reaktionen bisher auf die neue Scheibe ausgefallen, seid ihr mit dem Resultat bis hierher zufrieden ?


Vangard:
Die Kritiken sind bisher durchaus positiv und freuen uns. Irgendwann ist man in einer Band nicht mehr in der Lage sein Schaffen neutral zu beurteilen. Natürlich kann nicht jeder etwas mit unserer Musik anfangen – solange ich aber noch lese, daß unser Album aggressiv und boshaft klingt, bin ich zufrieden.

FFM-Rock:
Wie stehen eigentlich die Chancen, noch ein Exemplar der 2006‘er "Truppensturm" EP zu bekommen ?


Vangard:
Bei Van-Records gibt’s die EP nicht mehr – das ist aus meiner Sicht auch gut so, da ich die Aufnahme und die Stimme einfach schrecklich finde. Aus heutiger Sicht finde ich die musikalische Leistung echt grausam.

FFM-Rock:
So, am Ende möchte ich mich recht herzlich für das Interview bedanken und nun hast du die Chance, noch ein paar persönliche Worte an eure Fans loszuwerden!


Vangard:
Haben wir wirklich Fans? Wenn ja, dann danke ich denen für Ihre Unterstützung! Vor allem danke ich aber allen, die daran mitgearbeitet haben, unser zweites Album fertig zu stellen.

Dann danke schön und viel Erfolg, ich hoffe, euch bald mal in unserer Nähe bestaunen zu können.

 
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