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KICKHUNTER - All In Drucken E-Mail
Benutzer Bewertung: / 1
SchlechtSehr gut 
CD-Reviews
Geschrieben von Michael Toscher   
22.07.2010

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VÖ: 23.07.10
(AFM Records)

Homepage:
www.kickhunter.com

KICKHUNTER müssen den Rock nicht neu erfinden. Bei den Norddeutschen (Hard)Rockern reicht eine pfundige Portion Spaß und die schon bewährten fünfziger/sechziger/siebziger Jahre Einflüsse im knackig rockenden Gewand zu präsentieren. Jeder Song beinhaltet etwas neues, unterscheidet sich komplett vom nächsten und erinnert dennoch immer wieder auffallend prägnant daran, wo die echten Wurzeln harter Rockmusik tatsächlich liegen. Wah Wah Attacken, Slidegitarren, Hammond Orgel, Piano, vereinzelt heraus hörbare Soul, Funk und Jazzeinflüsse – hinzu kommen Chorgesänge, Piano, Funk und Soul Anleihen, jazzige Klänge gebettet ins Rock n’Roll Gewand. Einflüsse solcher Größen wie Chuck Berry, Little Richard, Muddy Waters oder Fats Domino sprechen für sich, die (mit Ausnahme der beiden Coversongs) für dieses Album Pate gestanden haben könnten, bestes Anspiel hierfür, siehe Track sechs, "Shy, Shy, Shy". Alle genannten Vorbilder ließen diverse Einflüsse anderer Musikrichtungen in ihren Stil mit einfließen um sie mit dem Geist des Rock n‘ Roll zu verbinden. Damit waren sie ihrer Zeit weit voraus. KICKHUNTER bedienen sich gern all der genannten Vorbilder und vieler weiterer Einflüsse und offenbaren dem Hörer ihre Version des Wortes "Rock n‘ Roll". Der fetzige Opener "Mine all Mine" erobert dank seines recht eingängigen Groove Riffs schnell angenehm die Gehörgänge. Nach dem lässigen Opener geht’s mit dem treibenden Bangerstück "Revolution", das durch einen witzigen Funk-Part glänzt, eine Überraschung besonderer Art beinhaltet, die einmal mehr wie die Faust aufs Auge zu dem Stück paßt, genauso locker weiter. Es ist "All In" größtenteils anzumerken, dass die Truppe um Halloween- Tieftöner Markus Großkopf und Blues Röhre Stefan Aurel (Schlabritz) ihre Vorliebe für gute Musik nach allen Regeln der Kunst frei nach Belieben unbeschwert auslebt, gern dabei auch schon mal so manch überraschendes Experimentchen wagend. All In eignet sich nicht für engstirnige Schubladendenker. Um dieses Album inhaltlich zu begreifen, muß man über den Tellerrand hinaus schauen. "Another Tear" ist ein schöner Ohrwurm im Mid Tempo Format, dessen Melodie sofort hängen bleibt." Feels like Home" entpuppt sich als reichlich Gänsehaut erzeugende Southernhalbballade ohne geringsten Makel, die glatt auf dem nächsten Molly Hatchet/Lynyrd Skinyrd-Album stehen könnte. "Check’s in the Mail" ist kein eigener Song, sondern eine auf neu ins klassische Rock n’Roll Gewand getrimmte Cover Version von Victory, plus Gasteinsatz von Accept-Gitarrero Hermann Frank, veredelt mit weiblichem Gesang, die einigermaßen, aber nicht ganz ans Original heranreicht. Das flotte "Boogietown" erinnert an ein spontanes Aufeinandertreffen zwischen The Sweet, Ten Years After, Molly Hatchet und Lenny Kravitz! Diesem genialen Boogiesmasher folgt überflüssigerweise Niete Nummer 1, das viel zu lang geratene, extrem schwülstige "Deep in my Heart", eine Schmusenummer schnarchnasigster Bauart, die statt Begeisterung zu wecken lediglich hundert Prozent Brechreiz erzeugt! Mit dem Blondie-Klassiker "Call me" befindet sich noch ein weiteres Cover Stück auf "All In". Der als deutliche Reminiszens an die 80er gehaltene Schunkeltrack "Ocean" weckt auch keine romantischen Rockphantasien, besitzt nicht ansatzweise Durchschnittsformat, womit Niete Nummer 2 genannt wäre und das Album nach vierundfünfzig Minuten etwas zu "wimpy" ausklingt. Klassischer Rock für entspannte Sommergrillfeten, zum gemütlichen im Takt Mitwippen geeignet, sofern man sich die zwei "Nieten" dezent weg denkt, und Cover Versionen keineswegs abgeneigt ist.

 
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