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ROSWELL SIX - Terra Incognita Drucken E-Mail
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CD-Reviews
Geschrieben von Thorsten Dieterle   
29.07.2010

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VÖ: bereits erschienen
(ProgRock Records)


Myspace:
www.mysace.com/roswellsix


Die Kollaboration zwischen dem amerikanischen Sciene-Fiction Autor Kevin J. Anderson und ProgRock Records geht in die zweite Runde. Anderson, der in seiner bisherigen Schreiberkarriere etwas mehr als hundert Bücher geschrieben hat, hauptsächlich in der Kategorie "Zweitverwertung" von Serien wie Star Wars, Akte X oder Der Wüstenplanet, liefert den zweiten Teil seines Terra Incognita Zyklus ab, der auch gleichzeitig wieder die lyrische Vorlage für das progige Allstar Projekt ROSWELL SIX darstellt. Bei Teil eins, also Beyound The Horizon, war Keyboardfetischist Erik Norlander Teamkapitän des Projekts. Zu ihm gesellten sich diverse Sänger-/innen, unter anderem James La Brie, Lana Lane oder Michael Sadler. Heute zeichnet sich Henning Pauly (FRAMESHIFT, CHAIN) für das Songwriting und die Instrumentierung verantwortlich, was natürlich auch das Ergebnis verändert. Kräftige, tiefer gelegte Gitarren stehen öfters im Vordergrund und übermäßiges Keyboardgeschwurbel hält sich in Grenzen. Tja, damit hat sich`s aber auch fast schon mit den "positiven" Veränderungen. Wenn ich ehrlich bin, braucht A Line In The Sand kein Mensch. Das ganze Album hat den Charakter obligatorischer Prog-Stangenware, die zehn Songs sind meist uninspiriert, ohne Kanten und der Großteil der Sangesmannschaft bleibt mit ihren jeweiligen Leistungen farblos. Lediglich Sass Jordan punktet mit unheimlich kraftvoller und ausdrucksstarker Rockröhre und "rettet" quasi ihre beiden Songs "The Crown" (groovige Rockvibes treffen auf Keyboard-Bläser) und die eigentlich schwache Ballade "Need". KANSAS Fronter Steve Walsh fällt mit seinem alte-Herren-Organ zumindest positiv im Sinne von charismatisch auf. Bei Michael Sadler (Ex-SAGA), Nick Storr (THE THIRD ENDING), Arjen A. Lucassen, Alex Froese (FRAMESHIFT) und DREAM THEATRE`s Erstsänger Charlie Dominici spürt man fast schon den Elan, der NICHT vorhanden ist. Absoluter Tiefpunkt ist die in allen Belangen schwülstige Ballade "Loyalty". Kitschiger und ideenloser geht es eigentlich nicht mehr. Was gehört noch zu einer obligatorischen Prog-Platte? Natürlich, ein Instrumental- hier natürlich die Standard Variante mit Gitarren-Skalen-Gedudel ("Battleground"). Als gelungen kann ich hier nur das leicht mystische und progmetallisch-harte "My Father`s Son", das rockige "The Crown" (Sass Jordan!) und den bombastischen Opener "Barricade" empfehlen. Damit liegen ROSWELL SIX qualitativ weit hinter ähnlich gelagerten Allstar Projekten wie AVANTASIA oder AYREON zurück. Wenn es nur um Geld ging, hätten die beteiligten Mucker sich besser für einen x-beliebigen Aushilfsjob hergegeben, das hätte wenigstens nicht so eine Nullnummer in ihren musikalischen Lebenslauf gesetzt...
 
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